Wenn aus Trauer Depression wird

Dass Trauer keine Krankheit ist, wissen wir alle. Dass aus Trauer jedoch eine Krankheit werden kann, wissen viele. Und das die Depression eine psychische Erkrankung ist, wissen ebenfalls viele. Doch ebenso viele möchten nichts davon wissen.

Die Major Depression

Im Fachjargon wird eine typische Depression auch Major Depression genannt. Vielfach wird der Begriff auch als endogene Depression bezeichnet. Diese Art der Depression kann in jedem Alter auftreten. Vor dem Ausbruch einer endogenen Depression tritt oftmals ein einschneidendes und negatives Erlebnis auf. Solch ein Erlebnis kann der Tod oder die Trennung eines geliebten Menschen sein. Doch auch andere Auslöser, wie zum Beispiel Suchterkrankungen und chronische Erkrankungen, können eine Major Depression auslösen. Nach dem Ausbruch der Erkrankung kann es immer wieder zu depressiven Schüben kommen. Das heißt, dass nach einer kranken Phase eine gesunde Phase folgt und umgekehrt.

Rechtzeitiges Erkennen ist wichtig

Die endogene Depression ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung, die sofort behandelt werden sollte. 15 % der an einer Major Depression erkrankten Personen unternehmen einen Suizidversuch, wenn die Depression nicht rechtzeitig behandelt wird. Nachstehende Anzeichen sind typisch für eine endogene Depression:

  • Ruhelosigkeit
  • Suizidgedanken oder -pläne
  • Gefühl der Wertlosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Verlust an sexuellem Interesse
  • Schlafprobleme
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schuldgefühle

Dies sind nur einige Anzeichen, die unbedingt beachtet werden müssen.

Meine Erfahrung

In meiner mehr als 35-jährigen Erfahrung als Fachkrankenpfleger Psychiatrie habe ich sehr viele Menschen mit solchen Symptomen kennengelernt. Je länger solch eine Depression verkannt wird, umso schwieriger wird deren Behandlung. Es ist auch zu beachten, dass sich solch eine Depression zu einer chronischen Depression entwickeln kann. Deshalb kann ich nur allen raten auf die Erstsymptome zu achten, damit aus einer depressiven Episode (bei einem Trauerfall) keine endogene Depression wird.

Meine Trauer – mein Schmerz – die Erde steht still

Wer bereits einen lieben Menschen verloren hat, kennt das Gefühl des nicht beschreibbaren Schmerzes. Die Erde scheint stehen geblieben zu sein. Alles um einen herum verliert an Bedeutung, die Realität ist verschwommen.

Kurz nach einem Verlust ist der Schmerz besonders groß. Viele Trauernde berichten über ein Gefühl der Gefühllosigkeit. „Ich habe den Boden unter den Füßen verloren“ ist nur eine der vielen Aussagen trauernder Menschen. „Wie soll ich weiterleben?“ Fragen über Fragen drängen sich einem auf, doch Antworten bleiben aus. Trost? Was kann trösten, wenn das Leben stehen geblieben ist? Für Trauernde sind die ersten Wochen und Monate besonders hart. Viele schaffen es nicht alleine und suchen sich einen Trauerbegleiter. Dies kann ein professioneller Anbieter aus dem Internet sein, ein vertrauter Arzt oder der Pastor/Pfarrer aus der Nachbarschaft. Andere wiederum werden krank, richtig krank. Die häufigste psychische Erkrankung in einer Trauerphase ist die Depression. Sollte es sich wirklich um eine depressive Episode handeln, so ist unbedingt ein Facharzt aufzusuchen.

Trauernde benötigen oftmals eine professionelle Hilfe, die unbedingt in Anspruch genommen werden sollte. Trauer ist keine Krankheit. Doch Trauer kann krankmachen. Und das ist das Fatale, wenn keine Hilfe in Anspruch genommen wird. Meine Trauer ist mein Schmerz, doch irgendwann wird sich die Erde wieder drehen.

Wenn die Seele auf Reisen geht

Was passiert mit unserem Körper, wenn wir sterben? Wohin gehen wir? Gibt es ein Leben nach dem Tod? All diese Fragen beschäftigen die Menschheit seit Jahrtausenden. Für Trauernde tauchen all diese Fragen immer wieder auf.

Es spielt keine Rolle, welchen Glauben wir haben. Ob Christ, Buddhist, Hindu oder Jude, jeder Mensch macht sich seine Gedanken um das, was nach dem Tod passiert. Es ist jedoch klar, dass Menschen, die einen Glauben haben, mit dem Sterben und den Tod zuversichtlicher umgehen.

Meine Gedanken zum Tod

Seit vielen Jahren beschäftige ich mit dem Buddhismus, weil das Christentum mir keine ausreichenden Antworten geben konnte. Dem Buddhismus, einschließlich der buddhistischen Philosophie, verdanke ich meine veränderte Lebenseinstellung. Ich glaube an die Wiedergeburt. Solch ein Glaube gibt mir Hoffnung und nimmt mir die Angst vor dem Sterben.

Meine Seele geht auf Reisen

Dass meine Seele meinen Körper verlassen wird, daran glaube ich fest. Denn der Körper ist nur eine Hülle, ein Wohnzimmer. Meine Seele wird umziehen. Umziehen in einen anderen Körper und das macht mir Hoffnung. Jeder Mensch will leben, und wenn der Tod kommt, dann kommt die Angst. Wer jedoch an die Wiedergeburt glaubt, verliert seine Angst und freut sich auf die Zukunft.

Die Reise geht zu Ende

Wenn nach Monaten, nach Jahren oder gar Jahrhunderten, die Seele einen neuen Körper gefunden hat, beginnt die „Leidenszeit“ erneut. So lange, bis das erreicht wurde, was erreicht werden sollte. Wir warten nur auf das Nirwana, um endlich dem Kreislauf der Wiedergeburten zu entrinnen.

Fazit

Einen sehr interessanten Beitrag zur Philosophie der Trauer gibt es hier.

Sterben, Tod und Trauer – die Tabuthemen

Sterben, Tod und Trauer passen nicht in unsere schnelllebige Zeit. Diese Themen werden nach Möglichkeit verdrängt, bzw. es wird nicht über diese Themen gesprochen. Doch ist die Trauer wirklich ein Tabuthema? Ganz so einfach ist das nicht. Es wird heutzutage nur kurz getrauert, um ganz schnell wieder den Alltag meistern zu können. Denken wir hierbei nur mal an die täglichen Nachrichten aus aller Welt, an Terroranschläge zum Beispiel. Und dieses Verhalten wird im privaten Alltag übernommen.

Unsere Seele verkümmert

Wenn wir das Sterben, den Tod und die Trauer aus unserem täglichen Alltag verbannen, dann wird früher oder später unsere Seele verkümmern. Diese drei sensiblen Themen gehören zum Leben und lassen sich nicht einfach ausschalten. Jeder Mensch wird irgendwann in seinem Leben mit dem Sterben, den Tod und der Trauer konfrontiert. Und dann? Ja dann stehen wir vor einem Problem, welches bearbeitet wird oder verdrängt wird. Und Verdrängung, das wissen wir alle, belastet die Psyche und unsere Seele verkümmert.

Trauer umwandeln

Damit wir nach einem schmerzlichen Verlust ohne Angst und depressiver Verstimmung weiterleben können, sollten wir die Trauer umwandeln. Umwandeln in Liebe. Doch wie kann dies geschehen? Wer merkt, dass er alleine nicht mit dem Verlust fertig wird, sollte sich an einen professionellen Helfer wenden. Solch ein professioneller Helfer ist zum Beispiel ein Trauerbegleiter. Trauerbegleiter sind Helfer in bitteren Stunden und können bestimmte Trauerbewältigungsstrategien aufzeigen, die mehr als hilfreich sind.

Fazit

Wir sollten uns nicht von äußeren Einflüssen verunsichern lassen. Wir sollten unsere Trauer so ausleben, wie wir es für richtig halten. Wir sollten Erinnerungen wach werden lassen und unsere Trauer in Liebe umwandeln. Alle kennen den Ausspruch: „Schön, dass es Dich gab“. Diese fünf Worte sagen aus, wie Trauer umgewandelt wird.

Trauerhilfe für Trauernde und Angehörige

Wer einen lieben Menschen verloren hat, trauert. Doch nicht nur direkt Betroffene, auch Familienangehörige und Freunde sind von Trauer betroffen. Da wird dann oftmals vergessen, dass auch diese Menschen eventuell eine Trauerhilfe benötigen. Durch eine Trauerbegleitung mit Angehörigen werden Missverständnisse aus dem Weg geräumt. Angehörige lernen so, den/die Trauernde/n besser zu verstehen. Die Trauerbegleitung mit Familienangehörigen wird somit zu einer sinnvollen Ergänzung.

Angehörige werden vergessen

Familienangehörige und sehr gute Freunde leiden ebenfalls über den Verlust eines lieben Menschen. Was liegt da näher, auch diesen Menschen eine Trauerbegleitung anzubieten. Die Trauerhilfe im Ruhrgebiet ist auch in solchen Fällen ein kompetenter Ansprechpartner. Durch solch eine Doppelbegleitung erfährt der oder die Trauernde, dass sie nicht alleine mit ihrer Trauer sind. Bezugspersonen, gerade in einer Trauerphase, sind äußerst wichtig und können den Trauerprozess erheblich erleichtern.

Einzelgespräche für Angehörige und Paare

Nicht nur Trauernde leiden unter dem Verlust eines lieben Menschen. Auch Familienangehörige und enge Freunde sind von Trauer betroffen, die bewältigt werden muss. Als qualifizierter Trauerbegleiter biete ich somit auch eine Einzelbegleitung für Angehörige an, die auch als Paarbegleitung durchgeführt werden kann. Durch solch eine Trauerbegleitung erfahren auch die engsten Verwandten, welche Gefühle in einem direkt von Trauer betroffenen Menschen vorgehen.

 

Meine Trauer zerreißt meine Seele

Trauernde befinden sich in einer Ausnahmesituation. Sie haben das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Die Realität und das gegenwärtige Leben existieren momentan nicht. Trauernde sprechen dann oftmals auch von einem Gefühl der Gefühllosigkeit. In meiner langjährigen Arbeit mit Trauernden hörte ich öfters den Ausspruch: „Meine Trauer zerreißt meine Seele!“ Was ist damit gemeint?

Trauernde haben das Gefühl, dass etwas im Kopf kaputt ist. Sie können nicht mehr klar denken, nicht mehr fühlen und die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Die Welt um einen herum dreht sich nicht mehr. Es ist ein Stillstand eingetreten. Dieser Stillstand äußert sich vor allem in der totalen Ruhe in den Räumlichkeiten eines Trauerhauses. Wer als Außenstehender solch ein Haus betritt, scheint in eine andere Welt eingetreten zu sein.

Wenn Trauernde Hilfe in Anspruch nehmen, dann verfolgen sie damit ein Ziel. Sie möchten aus dieser Enge, aus diesem Gefühlschaos, heraustreten. Sie schaffen es aber nicht alleine. Trauerbegleiter können in solchen Fällen eine echte Hilfestellung leisten. Trauernden muss jedoch auch bewusst gemacht werden, dass eine Trauerbegleitung Zeit benötigt. Wenn Trauernde und Trauerbegleiter hier eine gemeinsame Basis finden, kann die Seele vor dem Auffressen bewahrt werden.

Sterben, Tod und Trauer

Über das Sterben, den Tod und der anschließenden Trauer wird in unserer Gesellschaft kaum gesprochen. Diese Themen sind vielfach Tabuthemen. Warum ist das so? Weil die diese sensiblen Themen Angst bereiten. Doch jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens irgendwann mit dem Sterben, dem Tod und der Trauer konfrontiert.

Dass wir alle mal sterben werden, wissen wir. Doch über das Sterben wollen wir nicht nachdenken, weil dies in weiter Ferne liegt, glauben wir. Unser Leben ist vergänglich, doch viele Menschen leben so, als wenn es kein Ende gibt. Warum setzen wir uns nicht mit dem eigenen Tod auseinander? Weil wir Angst haben. Doch der biologische Tod ist nicht zu verhindern. Der Mensch besteht aus unzähligen Zellen, es geht in die Billionen, die mit der Zeit altern und irgendwann absterben. Der Körper des Menschen stirbt.

Wir neigen dazu, unangenehme Themen zu verdrängen. Dementsprechend geht auch die Gesellschaft mit diesen Themen sehr distanziert um. Schon bei der Erziehung unserer Kinder werden fatale Fehler gemacht. Kinder, seien sie auch noch so klein, müssen in einem Trauerfall miteinbezogen werden. Nur dann lernen sie gesund zu trauern. Dies wird sich dann im Erwachsenenalter positiv auswirken.

Sterben, Tod und Trauer gehören zum Leben. Nur wer gelebt hat, kann sterben. Und wer stirbt, hat gelebt. Wir sollten uns immer vor Augen führen, dass unser derzeitiges Leben nur begrenzt ist. Was danach kommt, wissen wir nicht. Deshalb sollten wir im Hier und Jetzt leben.

 

 

Trauer – ein Gefühl der Gefühllosigkeit

Trauer ist mehr als nur ein Gefühl. Wir können die Trauer auch als einen Zustand der psychischen und körperlichen Schwäche bezeichnen. So drückte es bereits Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, aus. Warum bezeichne ich die Trauer als ein Gefühl der Gefühllosigkeit? Weil Trauer in all seinen Auswirkungen kaum zu erklären ist. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich und viele Trauernde können nicht sagen, wie sie sich fühlen. Sie nennen es dann oft eine Art der Gefühllosigkeit. Auch depressive Menschen sprechen in ihrer Krankheitsphase von einem Gefühl der Gefühllosigkeit. Doch Trauernde sind nicht depressiv, Trauernde durchleben einen völlig normalen Prozess nach einem schwerwiegenden Verlust

Sterben, Tod und Trauer sind Themen, die gerne verdrängt werden. Seit einigen Jahren beschäftige ich mit diesen Themen sehr ausführlich. Vor allem die Trauer ist für mich als freiberuflicher Trauerbegleiter eine existenzielle Frage. Meine Frage lautet: Ist Trauern erlernbar? Diese Aussage ist nicht so leicht zu erklären. Die Grundlagen des Trauerns werden im Kindesalter festgelegt. Nur wer als Kind von seinen Eltern das Trauern erlernt hat, kann auch als Erwachsener eine gesunde Trauer durchleben. Was ist aber mit denen, die solch eine Erfahrung nie gemacht haben? Sind diese Menschen nicht fähig zu trauern? Nicht ganz. Auch als Erwachsener kann das gesunde Trauern erlernt werden. Hierzu müssen verhaltenstherapeutische Maßnahmen ergriffen werden.