Mein Glaube macht mir Hoffnung

Können gläubige Menschen mit Verlusten besser umgehen? Was ist mit denen, die nicht gläubig sind? Sind sie verloren oder haben sie nur eine andere Sichtweise? Ich glaube, dass auch diese Menschen im tiefsten Innern einen Glauben haben.

Sicher, wer glaubt, hat Hoffnung. Hoffnung? Auf was? In meinen Trauerbegleitungen habe ich festgestellt, dass es zu Beginn einer Trauerphase keine Rolle spielt, ob jemand gläubig ist oder nicht. Der Schmerz ist bei allen Menschen gleichsam vorhanden, nur der Umgang mit dem Verlust ist anders. Wer an das Paradies glaubt, glaubt auch an ein Leben nach dem Tod. Einen wissenschaftlichen Nachweis, dass religiöse Menschen mit dem Tod und auch mit der Trauer leichter umgehen, gibt es nicht.

Ich denke, dass jeder für sich seinen eigenen Weg zu diesen Themen finden wird. Ob ich an Jesus, die heilige Maria, an Buddha oder an Mohammed glaube, alle suchen nach dem Sinn. Und Atheisten haben es oftmals sogar leichter als Gläubige, da sie keinen Trost in einer Religion suchen. Atheisten nehmen den Tod zur Kenntnis und versuchen auch in der Trauer das Gegebene hinzunehmen.

Ich persönlich habe meinen Weg gefunden. Als geborener Christ konnte ich mit dem Christentum nichts anfangen. Ich konnte schon als Kind diesen Glauben nicht glauben. Es war mir alles zu undurchsichtig. Ich stellte mir zum Beispiel die Frage, warum Christen an Jesus glauben, obwohl er Jude war. Mir war das alles zu kompliziert.

Und irgendwann befasste ich mich mit dem Buddhismus und der Wiedergeburt. Diese Philosophie konnte ich nachvollziehen und so glaube ich an die Wiedergeburt. Ich denke, dass dieser Glaube mir am Ende Trost spenden wird. Denn ich werde ja wiederkommen, obwohl ein Buddhist das Nirwana anstrebt. Doch um dies zu erreichen, bedarf es noch vieler Leben. Doch mein Glaube macht mir Hoffnung.

9 Kommentare zu “Mein Glaube macht mir Hoffnung”

  1. Findest du denn auch relevant, ob er der Wahrheit entspricht?
    Und darf ich fragen, was du meinst, wenn du schreibst, „dass auch diese Menschen im tiefsten Innern einen Glauben haben“?

    Gefällt mir

    1. Glaube ist nicht Wahrheit. Und zum Zweiten meine ich, dass jeder Mensch an irgendetwas glaubt. Und wenn es nur der Glaube an sich selbst ist. Denn der Glaube beruht ja auf Gefühle, die jeder nun einmal hat.

      Gefällt mir

      1. Ja gut. Aber wenn ich was glaube, halte ich es doch schon irgendwie für wahr? Oder was meinst du sonst mit “glauben“? Du scheinst den Begriff anders zu meinen als ich.

        Gefällt mir

    1. Sicher nicht. Aber wenn ich sage „Ich glaube, nachher esse ich noch einen Donut“, dann bringe ich damit doch schon zum Ausdruck, dass ich damit rechne, dass das auch tatsächlich passiert, auch wenn es da eine größere Unsicherheit gibt als wenn ich sagte, ich wüsste, dass das passieren wird.
      Ich glaube doch nicht wild irgendwelche Sachen ohne Bezug zur Realität?
      Machst du das?

      Gefällt mir

    1. Nee. Ich fürchte, wir benutzen die Begriffe zu unterschiedlich, um mit vertretbarem Aufwand eine Verständigung zu erreichen. Ich danke dir aber für den Versuch und wünsche das allerbeste.

      Gefällt mir

  2. Okay, das verstehe ich als Definition, würde aber sagen, dass man dann, wenn einem klar wird, dass man sowas hat, man dringend was dagegen tun sollte, weil es ja offensichtlich nicht gerechtfertigt ist.
    Womit wir wahrscheinlich wirklich an dem Punkt sind, an dem unser Dissens sich nicht mehr aufklären lässt.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s