Ich werde sterben, na und?

Wer denkt schon an den eigenen Tod? Doch irgendwann wird es soweit sein und wir müssen diese Erde verlassen. Was dann? Gläubige Menschen haben es da einfacher als Atheisten. Und wer sich schon frühzeitig mit dem Sterben und den Tod auseinandergesetzt hat, wird mit diesen Ereignissen besser umgehen können. Davon bin ich fest überzeugt.

Ich bin als Christ zur Welt gekommen, doch schon als Kind stellte ich Fragen, die mir keiner beantworten konnte. Alles war mir zu unklar, zu verschwommen, sodass ich versuchte mir meinen eigenen Glauben zu schaffen. Erst viele Jahrzehnte später bin ich zum Buddhismus gekommen. Ich habe mich mit allen Weltreligionen auseinandergesetzt und am Ende blieb der Buddhismus übrig. Ich bin kein aktiver Buddhist, würde mich ehe als buddhistischer Philosoph bezeichnen.

Der Buddhismus kennt keine äußere Autorität. Hier gibt es kein blindes Übernehmen eines Glaubens. Nur das eigene Innere kennt die Wahrheit dieser Welt. Besonders faszinierend finde ich, dass es keine Mitgliedschaft in einer kirchlichen Organisation gibt. Der Buddhismus ist keine Religion im eigentlichen  Sinne, er ist eine Lebensform. Im Gegensatz zu anderen Religionen führten die Buddhisten nie Kriege gegen Andersgläubige. Hauptziel des Buddhismus ist eine glückliche Welt mit glücklichen Menschen zu schaffen. Und genau deshalb bin ich dieser Philosophie „verfallen.“

Als Buddhist glaube ich an die Wiedergeburt und dieser Glaube gibt mir Hoffnung. Obwohl Buddhisten den Lebenskreislauf  und die Wiedergeburten beenden möchten, macht dieser Glaube mir Hoffnung. Denn ich glaube nicht, dass ich schon so weit bin, um das Nirwana zu erreichen. Und am Ende kann ich sagen: „Ich sterbe, na und?“ „Ich komme ja wieder.“

Es klingt makaber, aber diese Denkweise nimmt mir die Angst vor dem Tod. Ich lebe gern,  will aber versuchen im nächsten Leben einiges besser zu machen. Doch dies geht nur, wenn ich sterbe.

 

6 Kommentare zu “Ich werde sterben, na und?”

      1. Okay. Sag ich auch.
        Ich weiß auch gar nicht, ob Leute es zwingend schwerer haben, die nicht glauben, dass sie sterben müssen. Immerhin haben die auch nichts zu befürchten.
        Religiöses Trauma ist ein reales Problem, soweit ich weiß.

        Gefällt 1 Person

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