Philosophische Weisheiten können hilfreich sein

Heute geht es um keinen allgemeinen Beitrag zum Thema der Trauer, heute wende ich mich den philosophischen Weisheiten zu. Philosophische Weisheiten und Sprüche können hilfreiche Begleiter in der Trauerverarbeitung sein. Denken wir hier nur mal an die alten buddhistischen Weisheiten oder an die Aussagen berühmter Philosophen der Antike. Diese Menschen hatten ein Wissen, welches auch heute noch Gültigkeit hat. Es sollten sich viel mehr Menschen an diesen Philosophen orientieren, um den wahren Sinn des Lebens zu erkennen.

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird zu leben. (Mark Aurel)

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt. (Mahatma Gandhi)

Philosophieren heißt Sterben lernen. (Sokrates)

Jedoch, es ist nun Zeit, dass wir gehen, ich, um zu sterben, und ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott. (Sokrates)

Ängstigt euch nicht vor dem Tod, denn seine Bitterkeit liegt in der Furcht vor ihm. (Sokrates)

Vielleicht hat der Eine oder andere von Euch auch ein paar Weisheiten zur Hand, die hilfreich sein können. Wir nutzen viel zu wenig das Wissen der Philosophen aus der Antike. Doch auch die buddhistische Philosophie hat hier einiges zu bieten.

Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft.
Die Vergangenheit ist nicht mehr.
Die Zukunft ist noch nicht gekommen.
Das Leben ist hier und jetzt.

An Ärger festhalten ist wie wenn du ein glühendes Stück Kohle festhälst mit der Absicht, es nach jemandem zu werfen – derjenige, der sich dabei verbrennt, bist du selbst.
Buddha

Es gibt nur eine falsche Sicht:
Die Überzeugung, meine Sicht ist die einzig Richtige.
Nagarjuna

Es gibt keinen Weg zum Glück,
Glück ist der Weg.
Gautama Buddha

Solange man das Wesen des Geistes nicht erkennt,
bleibt jede Erfahrung durch die innere Einstellung gefärbt und in Ort und Zeit begrenzt.
Lama Ole Nydahl

Mit dem Tod seiner Eltern verliert man ein Stück seiner Vergangenheit,
mit dem des Partners einen Teil seiner Gegenwart,
mit dem seines Kindes einen Teil seiner Zukunft.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944)

Für einen Vater, dessen Kind stirbt, stirbt die Zukunft. Für ein Kind, dessen Eltern sterben, stirbt die Vergangenheit.
Berthold Auerbach (1812-1882)

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird zu leben.
Marcus Aurelius (121-180)

Wir wissen nichts vom Leben, wie könnten wir etwas vom Tod wissen?
Konfuzius (551-479 v.Chr.)

Ich hoffe, einige dieser Weisheiten gefallen Euch und haben Euer Innerstes erhellt.

Es grüßt Euch alle Harald Adam

 

 

Chronische Trauer ist pathologisch

Trauer ist ein normaler Zustand, der nach einer gewissen Zeit immer mehr abnimmt. Wer jedoch über einen sehr langen Zeitraum keine Fortschritte in der Trauerverarbeitung erlebt, läuft Gefahr krank zu werden. Die Trauer wird chronisch und Mediziner sprechen dann von einer pathologischen Trauer. Wie äußerst sich der Beginn der pathologischen Trauer? Die verlängerte Trauerstörung umfasst Symptome wie:

  • eine dauerhafte Sehnsucht nach dem/der Verstorbenen und dem dazugehörigen Schmerz,
  • Schwierigkeiten, den Verlust zu akzeptieren,
  • ein Gefühl der Sinnlosigkeit und
  • Schwierigkeiten, sich mit (neuen) Aktivitäten zu beschäftigen.

Wenn einer dieser Symptome nach einer längeren Zeit auftritt, sollte Hilfe in Anspruch genommen werden. Da Trauernde dies Selbst jedoch nicht wahrhaben wollen, oder nicht in der Lage sind, den ganzen Prozess zu durchschauen, müssen Angehörige und liebe Freunde die Trauerbegleitung forcieren. Doch wie soll da vorgegangen werden?

Zunächst sollte über eine qualifizierte Trauerbegleitung nachgedacht werden. Eine mobile Trauerbegleitung ist hier ein

großer Vorteil, da der Trauerbegleiter die/den Trauernde/n zu Hause besucht und dort die Begleitung in Einzelgesprächen durchführen wird. Mit solch einer qualifizierten Trauerbegleitung kann eine pathologische Trauer verhindert werden. Vorab kann dies auch mit dem Hausarzt oder einem entsprechenden Facharzt besprochen werden.

Nutzt eine qualifizierte Trauerbegleitung, damit aus einer normalen Trauer keine pathologische oder chronische Trauer wird. Ich mache hier zwischen beiden Trauerarten noch einen Unterschied.

Meine Meinung: Die pathologische Trauer kann behandelt werden, bei der chronischen Trauer wird es schon schwieriger. Chronisch heißt dauerhaft und ist kaum noch zu behandeln. Und wenn, dann nur über einen sehr langen Zeitraum. Doch dazu haben chronisch Trauernde oftmals keine Kraft mehr.

 

Bilder und Fotos zu Sterben, Tod und Trauer

Diesmal möchte ich keinen Artikel schreiben, sondern einfach nur schöne Bilder auf meinem Blog präsentieren.

Schaut Euch die Bilder einfach an, dies kann sehr inspirierend sein. Es stärkt die Sinne und macht Hoffnung. Und nun viel Spaß bei der Entdeckung Eurer Sinne! Euer Harald Adam

 

 

 

 

Ist das Jenseits so schlimm?

 

Ich schaue zum Himmel und denke nach!

Wohin führt dieser Weg? Zum Leuchtturm und dann?

Du bist gegangen – meine Liebe bleibt

Der Verlust eines lieben Menschen schmerzt. Wer gestorben ist, ist gegangen und wer zurückbleibt, ist geblieben. Spätestens dann denken Hinterbliebene über das Leben und den Tod nach. Was vorher immer verdrängt wurde, kommt nun zu Vorschein. Das Bewusstsein, dass alles vergänglich ist, tritt in den Vordergrund. Warum erst jetzt? Warum so spät? Weil viele Menschen Angst vor dem Tod haben.

Wer sich schon zu Lebzeiten mit den Themen des Sterbens, des Todes und natürlich auch der Trauer auseinandersetzt, wird es leichter haben, wenn es passiert ist.

Denn jeder von uns wird irgendwann dem Tod ins Auge sehen. Sterbende, die sich schon immer mit diesen brisanten Themen beschäftigt haben, sterben  leichter. Sicher, die Angst ist auch dann vorhanden, jedoch nicht so stark. Die Angst besteht, weil wir ja am Ende nicht wissen, was wirklich kommt.

Hinterbliebene sollten sich immer vor Augen führen, dass Sterbende nicht wollen, dass wir leiden. Sicher, wir trauern und weinen. Doch mit der Zeit empfinden wir glückliche Erinnerungen, die wir nicht missen möchten. Dann können wir auch sagen: „Du bist gegangen, doch meine Liebe bleibt.“

Lasst uns das Leben genießen, denn wir sollten Freude in unser Leben bringen. Nur dann werden wir auch am Ende mit Freude und Dankbarkeit zurückblicken. Zurückblicken auf das, was war. Und dann  werden wir mit einem Lächeln diese Erde verlassen.

Ein Kind ist gestorben – wenn Trauer das Leben zerstört

Nichts ist schlimmer, als den Tod des eigenen Kindes zu erleben. Ich habe zum Glück solch eine Situation noch nicht erlebt. Und ich hoffe, dass ich solche eine Situation nie erleben werde. Doch ich habe einige Menschen begleitet, die solch eine Erfahrung gemacht haben. Diese Menschen berichteten mir, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Kind gestorben ist. Ich konnte das nie nachvollziehen, doch ich habe immer versucht, es zu verstehen.

Ja, Trauer kann ein Leben zerstören. Ganz besonders wenn ein Kind durch einen tragischen Unfall ums Leben kam. Die Eltern machen sich gegenseitig Vorwürfe und jeder ist mit seiner eignen Trauer beschäftigt. Selbst Geschwisterkinder leiden unter dem Verlust und erhalten oftmals keine Unterstützung durch die Eltern.

Das ganze Familienleben gerät aus den Fugen und am Ende ist von einer vorher intakten Familie nichts mehr zu spüren. Wie kann solch ein dramatisches Ende verhindert werden? Kann Trauer eine ganze Familie, ein Leben mehrerer Menschen zerstören? Ja, das ist leider Gottes möglich. Zu verhindern ist es nur, wenn das eigene Ego hinten angestellt wird. Der Partner, die Partnerin, die noch lebenden Kinder müssen sich gegenseitig stützen. Sie müssen aufeinander zugehen und die Trauer gemeinsam austragen. Nur dann kann eine Zerstörung der Familienverhältnisse verhindert werden.

Um den ganzen Schmerz gemeinsam ertragen zu können, ist eine Hilfe von außen zu überdenken. Durch eine qualifizierte Trauerbegleitung kann viel erreicht werden. Wenn sich alle Familienangehörige entschließen eine Trauerbegleitung in Anspruch zu nehmen ist die Chance groß, dass es zu keiner Zerstörung des eignen Lebens kommt. Jeder Einzelne wird profitieren und sein Leben neu ordnen können.

Fazit

Nutzt Euer Leben und trauert nicht Dingen nach, die nicht zu ändern sind. Nehmt Euer Leben in die Hand, damit die Verstorbenen ihren Frieden finden.

Philosophische Gedanken zum Tod und zur Trauer

Die Philosophie, eine meiner liebsten Wissenschaften, stellt viele Fragen. Fragen, die nicht beantwortet werden, aber doch zum Nachdenken anregen. Dies ist der Sinn der Philosophie und dem möchte ich nachgehen.

Einen schönen Satz über sich selbst formulierte einst der schwedische Philosoph Lars Gustafsson: „Ich muss sagen, ich habe nie meine Sterblichkeit bezweifelt.“ Gustafsson war nicht nur Philosoph, er war auch Schriftsteller. Und in seinen Romanen spielte der Tod immer eine zentrale Rolle.

Euer TrauerbegleiterDer Tod sollte ein zentrales Thema in unserem Alltag sein. Doch was passiert? Kaum jemand spricht über dieses Thema, keiner will mit dem Tod etwas zu tun haben. Doch wir alle werden irgendwann unweigerlich mit dem Tod konfrontiert. Deshalb sollten wir uns vorab mit diesem Thema beschäftigen und die Philosophie ist dazu der „richtige Partner.“

Wenn wir über den Tod philosophieren, müssen wir auch über das Leben philosophieren. Waren wir schon mal auf dieser Welt? Wo waren wir vor unserer Geburt? Und was passiert mit uns nach dem Tod? Solche Fragen habe ich mir schon oft gestellt. Und durch solche Fragen kam ich zum Buddhismus. Ich bin davon überzeugt, schon mal gelebt zu haben. Und ich bin ebenfalls von meiner Wiedergeburt überzeugt. Dieser Gedanke nimmt mir die Angst vor dem Tod.

Was wäre das Leben ohne den Tod? Was wäre das Leben ohne Trauer? Wir sind Menschen mit Gefühlen und brauchen das Trauern. Wer nicht trauert, hat ein Gefühlsproblem, oder? All diese Ansätze sind nur kurze Gedankengänge, die jedoch sehr vielschichtig sind.

Lasst uns das Leben genießen, damit wir das Sterben erfahren, um im Tod auf die Wiedergeburt zu warten. Das macht doch Hoffnung, oder?

 

Der Tod ist ein Geschäft – die Trauer auch?

Der Tod ist für viele Menschen eine gute Einnahmequelle. Denken wir hier nur mal an Bestattungsunternehmen, Kirchen, Städte und Gemeinden, Trauerredner und noch einige mehr, die vom Tod eines Menschen profitieren.

Bei der Trauer sieht es jedoch schon wieder etwas anders aus. Die Begleitung trauernder Menschen wird oftmals ehrenamtlich durchgeführt.  Bestattungsunternehmen,  Hospizdienste oder kirchliche Einrichtungen bieten eine Trauerbegleitung an.

Doch nicht alle Trauerbegleiter sind kostenlos. Freiberufliche und selbstständige Trauerbegleiter verlangen ein Honorar, dass sich nicht jede/r Trauernde leisten kann. Damit ist nicht nur der Tod, sondern auch die Trauer zu einem Geschäft geworden. Ist das Geschäft mit Trauernden noch human? Hier können wir geteilter Meinung sein. Ich selbst bin  freiberuflicher Trauerbegleiter und verlange ebenfalls ein Honorar. Bin ich nun inhuman? Mit Sicherheit nicht. Qualifizierte und fachlich versierte Trauerbegleiter müssen sich auf ihre Aufgabe sehr gut vorbereiten. Individuelle Trauerbegleitung nimmt viel Zeit in Anspruch. Ich führe zum Beispiel ein kostenloses Erstgespräch und erhebe eine Anamnese. Danach erstelle ich ein individuelles Konzept, um die passende Therapieform zu finden.

Sicherlich ist die professionelle Trauerbegleitung ein  Geschäft. Doch qualifizierte Trauerbegleiter, die nicht unbedingt auf das Honorar angewiesen sind, sind ihr Geld wert. Denn ein Trauerbegleiter, der seine Trauernden zu Hause besucht, so wie ich es tue, um mit ihnen eine qualifizierte Begleitung durchzuführen, ist sein Geld wert. Selbst Ärzte und Psychotherapeuten die Trauernde begleiten erhalten ein Honorar. Somit ist nicht nur der Tod ein Geschäft, oder?

Fazit

Diskussionen über dieses Thema sind erwünscht und ich hoffe, dass sich viele Leserinnen und Leser über dieses Thema Gedanken machen.

 

 

 

Ich bin ein Stern am Horizont

Keine Angst Ihr Lieben, ich bin zwar nicht mehr unter Euch, doch ich bin immer bei Euch. Schaut einfach in den Himmel und ihr werdet mich finden, denn ich leuchte nur für Euch.

Was soll uns diese Aussage sagen? Sterbende und auch sterbende Kinder entwickeln eine Weisheit, die für Hinterbleiben kaum nachzuvollziehen ist. „Ich bin ein Stern am Horizont“ ist ein Aufruf zu einer gewissen Gelassenheit. Ja Gelassenheit, ganz genau. Denn wir können an der Vergänglichkeit nichts ändern. Jeden wird es einmal treffen und wir trauern dann.

Es gibt jedoch ein Weiterleben, ein Weiterleben im Herzen der Hinterbliebenen. Und wer eine buddhistische Ader hat, der kann sogar hoffen, dass es irgendwann mal ein Wiedersehen gibt. Ich bin ein Stern am Horizont, besser geht es doch gar nicht. Als Sterbebegleiter habe ich mal einen 90-jährigen Mann begleitet. Er gab mir so viel Zuversicht, denn er lächelte immer. Sein Lächeln begleitete ihn in den Tod und ich merkte, er war zuversichtlich und glücklich.

All dies sind Erinnerungen, die unendlich glücklich machen. Der Tod ist  nichts Schreckliches, wir machen ihn nur schrecklich. Deshalb ist der Ausspruch „Ich bin ein Stern am Horizont“ ein zuversichtlicher Ausspruch. Der Tod kommt, doch ich bleibe glücklich!

Wenn nur ein Bruchteil der Menschen diese Gedanken aufgreifen und verinnerlichen würden, dann würden viel mehr Menschen das Leben und den Tod als Ganzes sehen und der Tod wäre nicht mehr unser Feind, sondern ein Begleiter unseres Lebens. Denn das Sterben gehört zum Leben, dies sollte uns allen klar sein.

Der Tod ist nicht planbar

Unser Leben ist total durchorganisiert. Schlafen, Aufstehen, Arbeit, Freizeitgestaltung, alles läuft nach einem festen Zeitplan ab. Selbst die Freizeitgestaltung verläuft nicht nach Lust und Laune. Training im Sportverein, Kinder zum Ballettunterricht bringen und alle weiteren Termine in der Freizeit laufen nach einem festen Zeitplan ab. Da passt der Tod natürlich nicht hinein, er hat da keinen Platz. Doch der Tod ist nicht planbar. Das mussten schon sehr viele Menschen erkennen und trotzdem wird er verdrängt.

In einem Punkt wird er jedoch nicht vollkommen verdrängt, beim Abschluss einer Lebensversicherung zum Beispiel. Wir denken also an den Tod, doch nur ganz kurz, um ihn dann wieder zu verdrängen. Doch was passiert, wenn ein lieber Mensch urplötzlich ums Leben kommt? Ein Verkehrsunfall, eine Gewalttat (Mord), ein plötzlicher Herztod, all dies sind Ereignisse, die nicht vorhersehbar sind und somit auch nicht planbar. Die Trauer hat begonnen, da das Unvorstellbare eingetreten ist. Die Hinterbliebenen erstarren, stehen unter Schock.

Wenn solch ein Verlust eingetreten ist, kann eine komplizierte Trauer auftreten. Kompliziert, weil der Tod nicht eingeplant war. Und nun? Wer hilft, wie soll dieser Verlust verarbeitet werden? Familienangehörige, Freunde, Verwandte und Bekannte gehen oftmals sehr schnell zur Tagesordnung über. Dann steht der/die Trauernde mit dem Schmerz alleine da. Es ist jedoch wichtig über das Sterben, den Tod und auch über die Trauer zu reden. Ein Ansprechpartner wird gebraucht. In solchen Situationen kann ein qualifizierter Trauerbegleiter eine hilfreiche Lösung sein.

Denn ich sage immer: Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.

Weine nicht, denn ich bin bei Dir

In diesem Beitrag möchte ich mal die Sichtweise eines Sterbenden betrachten. Als Sterbe- und Trauerbegleiter habe ich auch viele sterbende Menschen begleitet. Es ist mir teilweise bekannt, wie Sterbende über den eigenen Tod denken und was sie sich nach dem Tod wünschen.

Sterbende können es nicht ertragen, wenn Angehörige oder liebe Freunde am Sterbebett weinen. Das macht sie mutlos und traurig. Nun kommt es natürlich darauf an, wie alt der Sterbende ist. Ein junger Familienvater hat es da mit Sicherheit schwerer als ein 90-jähriger Mensch, der ein erfülltes und sinnvolles Leben hinter sich hat. Doch auch die Senioren/Seniorinnen verspüren Angst. Die Angst entsteht, weil man nicht weiß, wohin die Reise geht.

Aus dieser Sicht sollten Menschen, die einen Sterbenden begleiten versuchen, „Haltung“ zu wahren. Das hört sich irgendwie komisch an. Ich meine damit, dass nach Möglichkeit nicht allzu sehr die Traurigkeit in den Mittelpunkt gestellt werden sollte. Frühere Erlebnisse noch einmal hervorholen, um zusammen zu lachen. Dies bereitet Sterbenden oftmals eine große Freude. Sie werden dann weinen, wenn Ihr das Sterbebett verlassen habt. Und das ist gut so.

Werdet Euch immer wieder bewusst, dass das Sterben zum Leben gehört. Der oder die Sterbende wird am Ende sagen: „Weine nicht, denn ich bin bei Dir.“ Erfüllt Euren Liebsten diesen Wunsch. Sie können dann unbeschwerter und eventuell mit etwas weniger Angst in die andere Welt übertreten.