Ich freue mich auf das nächste Leben

Die Aussage „Ich freue mich auf das nächste Leben“ gilt nicht für jeden. Buddhisten glauben an die Wiedergeburt, so auch ich. Ziel ist jedoch nicht die Wiedergeburt, sondern den Kreislauf der Wiedergeburten zu beenden, um friedvoll den Zustand der Vollkommenheit (Nirwana) zu erreichen.

Das Nirwana ist für Hindus und Buddhisten ein Zustand der Vollkommenheit, das Paradies. In ihm gibt es kein Gut und kein Böse, keine Trauer, keine Wut, kein Leid, aber auch kein Glück und keine Liebe, die das Herz höher hüpfen lässt. Die Seele befindet sich völlig im Gleichgewicht. Sie ist von allen Gedanken und Gefühlen befreit und damit auch von der ewigen Wiedergeburt.

Viele Buddhisten wünschen sich nichts sehnlicher, als das Nirwana zu erreichen. Sie sehen im Leben vor allem das große Leid, das sie mit jeder Wiedergeburt aufs Neue ertragen müssen. Buddhisten glauben, dass nur die Erkenntnis aller Dinge sie vom Leid befreien und sie ins Nirwana führen kann. Der richtige Weg zur Erleuchtung ist für sie der „Edle achtfache Pfad“. Aber auch er ist mühsam und oft unvorstellbar lang, denn nach dem Glauben der Buddhisten kann ein Mensch bis zu 500 Mal wiedergeboren werden.

Da ich mit Sicherheit das Nirwana noch nicht erreichen werde, ist mir klar. Dazu reichen meine Taten noch nicht aus. Und deshalb freue ich mich auf meine Wiedergeburt, damit ich weiterhin an mich arbeiten kann. Das Leben ist zwar anstrengend, aber auch spannend. Und die Aussicht im nächsten Leben einiges besser machen zu können, macht Mut.

All diese Gedanken lösen in mir eine Freude auf. Ich habe keine Angst vor dem Tod, da ich ja wiederkommen werde. Sicher, es ist traurig liebe Mitmenschen zunächst verlassen zu müssen. Doch wer weiß, vielleicht sehe ich ja einige irgendwann mal wieder. Auch das macht mir Mut. Deshalb freue ich mich auf das nächste Leben!

Ganz liebe Grüße sagt Euch allen Harald A.

 

Der Tod und ich …. …

Der Tod und ich sind eins. Was soll diese Aussage bedeuten? Diese Aussage können am besten Sterbende beantworten, die sich mit ihrem Schicksal abgefunden haben, sie warten auf den Tod. Ja, es gibt Sterbende, die sich mit dem Tod arrangieren, die eins sind mit dem Tod. Doch wie kann solch eine Haltung erworben werden? Viele Sterbende hängen am Leben und möchten diese Erde nicht verlassen. Das sind dann diejenigen, die sich nie mit den Themen des Sterbens und des Todes auseinandergesetzt haben. Sie leiden und sind voller Aggression, voller Wut. Doch wer so stirbt, leidet.

Wenn wir am Lebensende mit uns und unserer Umwelt einig sind, können wir dem Tod lächelnd entgegensehen. Dies setzt jedoch voraus, dass wir uns schon in der Mitte unseres Lebens mit diesen Themen auseinandergesetzt haben. Wir müssen uns dem Sterben und dem Tod stellen. Gläubige Menschen haben es da einfacher, als die, die an nichts glauben.

All diese Theorien funktionieren jedoch nur, wenn die Lebensuhr dem Alter entsprechend abläuft. Wer einen schweren Unfall hatte und im Koma liegt, kann natürlich dem Tod nicht lächelnd entgegensehen. Hier wird jedoch das Unterbewusstsein reagieren. Alles, was in jüngeren Jahren gedanklich aufgenommen wurde, wird am Lebensende, auch im Koma, präsent. Was komatöse Menschen erleben, wissen wir nicht. Es ist jedoch bekannt, dass selbst Menschen im Koma eine Menge von ihrer Umwelt mitbekommen.

Lasst uns dem Tod gelassen ins Auge sehen, denn er gehört zum Leben. Wir werden sterben, das ist allen klar. Deshalb müssen wir mit dem Tod eins sein, damit am Ende ein Friede zwischen dem Leben und dem Tod herrscht. Ich wünsche Euch allen ein gutes Gelingen, mit dem Sterben und dem Tod.

 

 

Trauern ist erlernbar

Wenn wir einen Verlust erlitten haben, reagieren wir mit Trauer. Meist wird die Trauer durch den Verlust eines lieben Menschen oder Tieres ausgelöst. Doch auch andere Schicksalsschläge verursachen Trauer. Denken wir hier nur mal Trennung, Scheidung, an den Verlust des Arbeitsplatzes oder der Gesundheit. All diese Schicksalsschläge  verursachen ein Gefühl von Trauer. Und jeder Einzelne geht mit diesem Gefühl völlig anders um. Warum? Weil wir das Trauern schon als Kind lernen oder eben nicht lernen. Wer es nicht gelernt hat, wird nie gesund trauern. Und wer nicht gesund trauert, wird krank. Doch auch das Trauern ist im späteren Alter noch erlernbar. Wir müssen uns dieses krankhafte Trauern einfach erkennen und gewillt sein umzudenken und umzulernen. Dann wird Trauer ein ganz normaler Prozess, der gesund ablaufen kann.

Ein Leben ohne Schicksalsschläge, Enttäuschung, Schmerz, Traurigkeit oder Trauer gibt es kaum. Oft verbirgt sich in ihnen die Chance zur Veränderung und Entwicklung. Dennoch können Belastung, Schmerz und schwere Gefühle belasten, blockieren und den Mut zum Weitergehen rauben. Durch unsere individuelle, verständnisvolle und einfühlsame Unterstützung und Arbeitsweise finden Menschen zu ihren Ressourcen, zu neuer Kraft. Dies führt zu frischer Motivation, Zuversicht und stärkt die Lebensqualität.

Wenn ein Mensch nicht trauern kann, hält er am Vorzustand fest. Manche Menschen retten sich in die Illusion der vergangenen Wahrheiten, aber sie bleiben wie angenagelt in ihrer Lebensentwicklung stehen. Sie können Kummer und Verzweiflung nicht als Weg erkennen, jede Ermutigung wird als “niemand versteht mich” empfunden, letztlich führt das in die Einsamkeit, und am Ende dieses destruktiven Prozesses entsteht eine Art von Taubheit dem Leben gegenüber.

Trauer im Wandel – auch in der Öffentlichkeit

Trauer im Wandel der Zeit ist heute mehr denn je ein Thema. Gleichzeitig stellen wir dadurch fest, dass sich auch die Trauerprozesse verändern. Doch was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert? Auf unseren Friedhöfen befinden sich immer mehr Urnengräber und anonyme Gräber. Allein diese Tatsache spiegelt unsere Trauerkultur wider. Die klassischen Formen der Erinnerung gehen verloren und verlieren immer mehr an Bedeutung. Und wenn der oder die Verstorbene beigesetzt wurde, holt uns der Alltag schnell wieder ein. Es bleibt keine Zeit zum Trauern. Und wer an seinem Arbeitsplatz schwarz gekleidet auftaucht, wird verwunderte Blicke ernten. Trauer in Form einer schwarzen Kleidung ist nicht mehr zeitgemäß. Dies sollte jedoch keinen davon abhalten, an alten Traditionen festzuhalten. Jede Trauer ist individuell und jede/r Trauernde sollte an seiner eigenen Trauerkultur festhalten.

Auch unsere Trauerkultur befindet sich im Wandel

Es ist auch zu beobachten, dass immer mehr Menschen im Netz trauern. Doch was sagt uns dieses Trauern im Internet? Es sagt uns, dass Menschen keine direkten Ansprechpartner mehr haben. Jeder ist um sein eigenes Wohlergehen bemüht, da bleibt kein Platz für Anteilnahme und Empathie. Diese Form der Trauer macht mir Angst, da bestimmte Trauerrituale ihren Platz im Leben verloren haben. Meine Meinung hierzu ist: Ohne Trauerrituale und ohne eine adäquate Trauerbewältigung kann kein Trauerprozess seinen Abschluss finden.

Trauer im Wandel – na und?

Auch wenn sich die Trauerkultur verändert hat, sollten wir nicht unbedingt diese Veränderung mitmachen. Jeder für sich alleine entscheidet, wie die eigene Trauer auszusehen hat und niemand sonst. Wir sollten unserer Trauer so durchleben, wie wir es für richtig halten. Alles andere ist ungesund.

Die Trauer hilft zu einem Prozess des Abschieds, an dessen Ende ein neuer Friede steht, eine neue Basis zu Gestaltung des Lebens. Dieser Vorgang ist häufig genauso nützlich wie ungeliebt. Unser persönliches Leben ist mit dem Kontrollverlust konfrontiert, und verknüpft sich bei vielen Menschen mit Schuldgefühlen. Auf diese Weise überwiegt in der Nachbeurteilung ein unwohles Empfinden, anstatt zu sehen, was aus der neuen Basis geworden ist. Wir erleben die Trauer nur noch bewusst, wenn sie so intensiv ist, dass sie sich über unseren Willen einfach hinwegsetzt.

 

Trauer hat seine eigene Philosophie

Sterben, Tod und Trauer werden gerne verdrängt. Warum? Es geht um Ängste. Ängste, die wir alle spüren, wenn sich diese Themen in unser Leben drängen. Doch jeder wird irgendwann sterben und jeder wird in irgendeiner Art und Weise mit Trauer konfrontiert. Spätestens dann stellt sich die Sinnfrage. Die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Sinn des Sterbens und auch nach dem Sinn der Trauer. In der Trauerbegleitung habe ich einen Ansatz gefunden, der das Trauern erleichtert. Solch ein Ansatz ist die Trauerphilosophie. Denn nur wer sich intensiv mit diesen nicht gerade beliebten Themen auseinandersetzt, kann eine gesunde Trauer durchleben.

Die Philosophie kann eine sehr gute Trauerbewältigungsstrategie sein. Besonders Menschen, die keinem Glauben angehören, betrachten das Sterben und den Tod oftmals als sinnlos. Und gerade für diese Menschen kann die Philosophie eine echte Hilfe darstellen. Die Trauerphilosophie fungiert hier als Bewältigungsstrategie, dies zeigen zahlreiche Vergleiche mit trauernden Nichtgläubigen. Doch auch religiöse Menschen finden in der Philosophie einen gewissen Halt und eine gewisse Zuversicht. Wer nun zweifelt und weiterhin nach dem Sinn sucht, sollte sich auf die Philosophie der Trauer einlassen.

Auch wer es nicht für möglich hält, sollte den Versuch wagen, Trauer als Ganzes zu akzeptieren.

Alles hat seinen Sinn: das Leben, das Sterben, der Tod und eben auch die Trauer. Sogar die Sinnlosigkeit hat seinen Sinn. Und wer nun alles für sinnlos hält, sollte bedenken, dass auch dies seinen Sinn hat. Wichtig ist, dass ihr über diese Dinge nachdenkt. Das Denken ist ein großes Plus der Menschheit und  wir sollten es nutzen, solange wir auf diesem Planeten verweilen. Denn Menschen, die denken, sind in der Lage Veränderungen herbeizuführen. Und nun viel Spaß beim Denken. Beim Denken über den Sinn der Sinnlosigkeit.

 

Wenn Sterbende dem Tod in die Augen schauen

Jeder von uns wird einmal sterben. Doch wer denkt schon an das, was im Sterbeprozess passiert? Wie denken Sterbende über das Sterben und den Tod? Welcher Film läuft vor ihren Augen ab? Keiner kann sich dies Vorstellen und deshalb wollen wir uns auch mit dieser Thematik nicht beschäftigen. Doch jedem kann es passieren, dass er auf dem Sterbebett liegt. Nicht jeder stirbt plötzlich nach einem Unfall oder nach einem Herzinfarkt. Viele Menschen sterben langsam und sehen dem Tod ständig in die Augen.

Ich habe schon mit vielen Sterbenden gesprochen. Sie blicken zunächst zurück, werden dabei ein wenig traurig, um dann an die Zukunft zu denken. Ja richtig, an die Zukunft denken auch Sterbende. Doch wie sieht deren Zukunft aus? Dies ist abhängig von ihrem Glauben. Ein gläubiger Christ sehnt sich nach dem Himmel, sehnt sich danach, liebe bereits verstorbene Menschen wieder zu treffen. Dann gibt es aber auch noch diejenigen, die an nichts glauben. Sie sind jedoch dankbar, auf dieser Erde gewesen zu sein. Für sie gibt es nur dieses eine Leben, das war es dann. Und für mich sehr interessant ist der Glaube an die Wiedergeburt.

Sterbende haben zu all diesen Dingen eine völlig andere Sichtweise. Jeder stirbt anders und jeder will behutsam sterben. Keiner will leiden und deshalb ist der Blick zurück nicht immer der schönste Blick. Den Blick nach vorne richten, den Blick in die Zukunft richten, das bringt Sterbende weiter.  Und Lebende können von Sterbenden sehr viel lernen. Sie sollten genau hinhören, zuhören und sich Gedanken über das eigene Leben, das eigene Sterben und den Tod machen.

Nur wer dem Tod ins Auge sehen kann, wird friedlich hinübergehen. Hinüber, wo auch immer es hingeht. Jeder sollte hier auf seine Art und Weise glücklich werden. Also, nicht die Augen verschließen, sondern kraftvoll dem Tod ins Auge sehen, um ein glücklicher Sterbender zu werden.

Eine kleine Anekdote: Ein Sterbender liegt auf seinem Sterbebett und ist bei vollem Bewusstsein. Er starrt zur Decke und ruft: „Lieber Tod, ich sehe Dich, Du kannst kommen, meine Zeit ist abgelaufen und ich freue mich auf das, was nun kommt.“ Weint nicht, denn ich habe gelebt!

Die klientenzentrierte Gesprächsführung – ein brauchbares Mittel in der Trauerbegleitung

Klientenzentrierte Gesprächsführung, was ist das genau? Die klientenzentrierte Gesprächsführung ist eine Therapieform, die von Psychologen und Psychotherapeuten angewandt wird. Sie wird auch Gesprächstherapie oder personenzentrierte Gesprächstherapie genannt.

Auch in der Trauerbegleitung kann diese Therapieform sehr hilfreich sein. Viele Trauerbegleiter, so auch ich, wenden diese Gesprächsführung an, da sie ein brauchbares Mittel in der Bewältigung von Verlusten darstellt.

Mit den Klienten eine personenzentrierte Gesprächsführung durchführen, ist nicht nur für Trauernde hilfreich. Auch Trauerbegleiter haben so die Möglichkeit sehr intensiv in das Seelenleben der Trauernden einzutauchen.

Bei dieser Art der Psychotherapie wird die angeborene Selbstverwirklichung genutzt, um eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit zu erreichen .  Der Trauerbegleiter/Therapeut muss drei Dinge in der Beziehung zum Klienten/Trauernden berücksichtigen. Diese sind:

  • die bedingungslose Wertschätzung gegen den Klienten/Trauernden
  • emphatisches Verhalten gegenüber dem Klienten/Trauernden
  • die authentische Kommunikation mit dem Klienten/Trauernden.

Nur wenn diese drei Elemente konsequent eingehalten und durchgeführt werden, kann der/die Trauernde von dieser Art der Gesprächsführung profitieren. Daher ist aus meiner Sicht die klientenzentrierte Gesprächsführung mehr als nur ein brauchbares Mittel in der Trauerbegleitung.

Weitere Informationen über eine sinnvolle Trauerbegleitung findet Ihr auch auf meiner Internetseite.  Schaut einfach mal rein und informiert Euch über die verschiedenen Angebote meiner mobilen Trauerbegleitung.

Trauer bewältigen durch einen Friedhofsbesuch

Der Besuch auf einem Friedhof kann eine sehr gute Trauerbewältigungsstrategie sein. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass der Gang zum Friedhof Trauer erleichtern kann. Doch immer weniger Menschen gehen zum Friedhof. Besonders nach einer Beisetzung wird dieser Ort kaum noch besucht. Vielleicht einmal im Jahr, wie Totensonntag, stürmen die Menschen zum Friedhof, um ihr schlechtes Gewissen zu erleichtern. Okay, ich gehöre auch nicht zu den Friedhofsgängern. Trotzdem glaube ich, dass es für viele Menschen eine Erleichterung sein kann, den Friedhof aufzusuchen.

Der Friedhof ist ein ganz besonderer Ort. Ein Ort der Stille und Besinnung. Hier kann noch einmal sehr intensiv an die/den Verstorbene/n gedacht werden. Eine Rückblende über das

gemeinsame Leben macht zwar sehr traurige, doch es wird am Ende eine Erleichterung sein. Kinder zum Beispiel haben keine Berührungsängste. Sie leben in ihrer eigenen Welt und nehmen Kontakt zur/zum Verstorbenen auf.

Lasst Euch von Kindern inspirieren und nehmt sie mit auf den Friedhof. Sie werden Euch zeigen, wie mit Trauer gesund umgegangen wird. Der Friedhof ist nämlich nicht so grauenhaft, wie viele denken. Der Friedhof ist eine Gedenkstätte und kann, ich wiederhole mich, eine sehr gute Trauerbewältigungsstrategie sein.

Wer bisher kaum oder fast nie einen Bekannten, Verwandten oder lieben Menschen auf dem Friedhof besucht hat, sollte dies jetzt tun. Ihr werdet am Ende eine Erleichterung spüren. In einer Trauerbegleitung sind solche Strategien sehr hilfreich. Dies habe ich in meinen Begleitungen immer wieder erfahren. Probiert es einfach mal aus und ich würde mich freuen eine Rückmeldung von Euch zu erhalten.

Wo gehe ich hin wenn ich tot bin?

Ja, wo gehe ich hin, wenn ich tot bin? Hat sich schon jemand diese Frage gestellt? Ich ja.

Schon sehr lange beschäftigen mich die Fragen nach dem Leben und den Tod. Wo war ich vor meiner Geburt? Wo werde ich nach meinem Tod sein? Werde ich wiederkommen? War das alles? All diese Fragen sind meiner Meinung nach äußerst wichtig, um am Ende des Lebens einen Sinn gefunden zu haben.

Wer den Sinn in seinem Leben nicht gefunden hat, kann den Tod nicht akzeptieren. Und wer den Tod nicht akzeptiert, wird es schwer haben, das Sterben und den Tod anzunehmen. Ich möchte den Tod annehmen und setze mich daher mit diesen Themen auseinander. Ich frage mich sehr oft, wo ich vor meiner Geburt war und wo ich nach meinem Tod hingehe.

Da ich an die Wiedergeburt glaube, ist es für mich tröstlich zu wissen, dass es nach meinem jetzigen Leben weitergeht.

Irgendwann werde ich wiedergeboren und ich kann nur hoffen, dass dies eine für mich positive Wiedergeburt sein wird. Sicher, die Buddhisten möchten nicht wiedergeboren werden. Sie streben das Nirwana an. Doch so weit möchte ich nicht denken. Mir reicht es, wenn mein „neues“ Leben eine positive Richtung einschlägt.

Damit stellt sich für mich nicht die Frage, wo ich hingehen werde, wenn ich tot bin. Ich werde in einen anderen Körper überwechseln, werde also mein „Wohnzimmer“ verlassen und in ein neues Heim einziehen. Irgendwie bin ich darauf schon jetzt gespannt. Leider werde ich es vorher nicht erfahren und in meinem neuen Leben werde ich mich auch nicht an mein altes erinnern können. Das ist irgendwie schade, aber man kann ja nicht alles haben.

Fazit

Schaut Euch mal meine Internetseite Trauerbegleiter an. Dort gibt es auch eine Seite zur Philosophie. Sehr interessant und hilfreich zugleich.

 

Wenn die Sonne nicht mehr scheint

Irgendwann wird für jeden die Sonne untergehen und nie mehr scheinen. Für die/den Verstorbene/n ist es dunkel geworden. Doch auch für die Hinterbliebenen scheint zu Beginn der Trauer keine Sonne mehr.

Wie können solche Gedanken umgewandelt werden? Wenn die Sonne nicht mehr scheint, ist das Leben zu Ende. Doch wir können uns nicht vorstellen, dass dies einmal mit uns passiert. Wir müssen einen Weg finden, um die Sonne in unserem Herzen wieder scheinen zu lassen. Wir benötigen Hoffnung und den Glauben, dass es irgendwie weitergehen wird. Ansonsten war doch alles sinnlos? Oder?

Für mich habe ich eine sehr gute Möglichkeit entdeckt, dieser Sinnlosigkeit zu entfliehen. Ich glaube an die Wiedergeburt. Als gebürtiger Christ konnte ich schon als Kind mit dem christlichen Glauben nichts anfangen. Himmel und Hölle, Engel und Teufel, nein das war und das ist nicht meine Welt. Dann entdeckte ich den Buddhismus, der mir die Angst vor dem Tod nahm.

Durch den Glauben an meine Wiedergeburt habe ich Hoffnung. Hoffnung auf ein neues Leben und vielleicht sogar auf ein „besseres Leben.“ Wenn die Sonne am Ende nicht mehr scheint, wird sie jedoch irgendwann wieder aufgehen. Spätestens bei meiner Wiedergeburt. Das macht nicht nur Hoffnung, das nimmt einem auch die Angst vor dem Tod. Besser kann es doch nicht laufen.

Für die Hinterbliebenen ist es ganz wichtig, einen Sinn in allem zu sehen. Dieser Sinn wird zum Beispiel in einer professionellen Trauerbegleitung vermittelt. Auch wenn die Sonne momentan nicht scheint, so wird sie wieder aufgehen. Und auch Trauernde werden die Sonne wieder sehen, da bin ich mir ganz sicher.

Wenn der Tod auf leisen Sohlen kommt ….. !

Wenn wir über das Sterben, den Tod und die Trauer reden, denken wir zunächst an uns. Wir vergessen jedoch, dass auch der/die Sterbende Ängste aussteht und Angst vor dem Tod hat. Was passiert, wenn der Tod auf leisen Sohlen kommt? Wenn er schleichend in unser „Reich“ eintritt? Was meine ich mit dieser Aussage?

Es gibt Menschen, die sterben langsam. Manchmal vergehen Wochen oder Monate, bis der oder die Kranke erlöst wird. Oftmals höre ich die Aussage: „Da kann man sich doch auf den Tod vorbereiten.“ Und schon wieder stehen hier die Partner/Partnerinnen, die engsten Verwandten, die besten Freunde im Mittelpunkt. Was denkt der oder die Sterbende in dem Moment? Welche Gedanken gehen ihr/ihm durch den Kopf? Um das zu verstehen, muss man mit Sterbenden kurz vor dem Eintritt in die andere Welt reden. Genau zuhören ist hier angesagt.

Sterbende spüren, wann es so weit ist. Wenn der Tod auf leisen Sohlen kommt, ist für Sterbende nicht alles vorbei. Viele denken an

das Himmelreich, an ein Leben in einer anderen Welt. Einige glauben an die Wiedergeburt und wieder andere glauben an gar nichts. Diese Menschen sterben aber nicht unbedingt „schlechter.“ Sie haben nur eine andere Sichtweise der Dinge.

Also, wenn der Tod auf leisen Sohlen kommt, sollten wir vorbereitet sein. Damit ist klar, dass wir uns im jetzigen Leben vielmehr mit diesen Themen auseinandersetzen sollten. Wenn dies gelingt, wird auch die Trauer nicht leise kommen. Wir werden uns arrangieren. Arrangieren mit dem Sterben, dem Tod und der Trauer.