Mein Roman

Seit einigen Jahren plane ich, einen Roman zu schreiben. Doch wie es so ist, werden solche Dinge immer gern verschoben. Doch nun nach einigen Jahrzehnten habe ich mich entschlossen, mit dem Schreiben eines eigenen Romans zu beginnen. Dieser Roman hat nur indirekt was mit Trauer zu tun. Es kommt immer darauf an, wie der Roman gelesen wird. Deshalb eine kleine Einleitung, um was es überhaupt geht.

Vorab möchte ich erwähnen, dass ich für jede Rückmeldung dankbar bin. Vielleicht liest der eine oder andere Lektor oder ein Mitarbeiter eines Buchverlages meinen Roman und findet ihn toll. Ich bin aber auch für negative Kritik dankbar. Schaut einfach mal rein und schreibt mir, was Ihr von diesem Roman haltet. Bisher habe ich um die 250 Seiten fertiggestellt und insgesamt werden es wohl 400 bis 450 Seiten werden. Ich bin echt gespannt!

Kopfblitze

Ein Leben zwischen Wahn und Wirklichkeit

Roman von Harald Adam
Handlungsverlauf

Die Handlung des Romans beginnt in den 1960er Jahren und beschreibt den leidvollen Lebensweg eines jungen Mannes (Rüdiger), der mit 19 Jahren erstmals, als Patient, die Psychiatrie von innen erlebt. Unzählige Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken schildern seine Erlebnisse in schonungsloser Art und Weise, bis zu seinem 30. Lebensjahr. Immer wieder erlebt er akute psychotische Schübe, die er jedoch ignoriert. In seinen Augen sind alle anderen krank, er ist der einzige Gesunde auf diesem Planeten. Rüdiger lernt die Psychiatrie in einer Zeit kennen, in der sich in Deutschland die Psychiatriereform durchsetzte. Es zeigt sich aber auch, dass dieser Wandel in keinster Weise den Patienten diente, im Gegenteil. Seit dieser Reform trat der psychiatrische Patient in den Hintergrund, er war nur noch eine Nummer. Die stationären Aufenthalte haben bei Rüdiger Spuren hinterlassen. Zwischendurch führt ihn das Schicksal auf einen Weg, der überhaupt nicht absehbar war. Rüdiger geht, nach dem Tod seiner Eltern und seines Bruders, für einige Jahre in ein tibetisches Kloster nach Nepal, um dort mit buddhistischen Methoden die Psychose zu besiegen. Die Frage, die ihn danach quält, lautet: zurück nach Deutschland? Denn er plant, eine eigene philosophische Praxis zu eröffnen. Schafft Rüdiger das oder geht er endgültig an seiner Krankheit zugrunde? Hat er den ganzen „Wahnsinn“ überlebt? Wenn ja, wie? Es wird spannend und die Ereignisse überschlagen sich. Die Hauptschauplätze der Handlung sind Düsseldorf, Athen, Pollonia (Insel Milos), München und Kathmandu (Nepal).

VORWORT

Rüdigers Leben verläuft bis zum 14./15. Lebensjahr ziemlich normal. Bürgerliche Eltern, zwei Geschwister und ein Familienleben, wie aus dem Bilderbuch. Seine Mutter ist Lehrerin, sein Vater Direktor bei einer deutschen Großbank. Im Gegensatz zu anderen Söhnen, die ein inniges Verhältnis zur Mutter haben, ist sein Verhältnis zur Mutter angespannt, sie ist nun mal Lehrerin. Sein Vater, nun gut, ist kaum anwesend, da er einen verantwortungsvollen Job bei der Bank hat. Somit ist dieses Verhältnis nicht gerade von „Liebe“ geprägt. Zu seiner Schwester, die 4 Jahre älter ist, hat Rüdiger ein gutes Verhältnis, das Verhältnis zu seinem Bruder, 2 Jahre jünger, ist nicht erwähnenswert. Rüdiger hat mit seinem kleinen Bruder nichts gemeinsam, sie sind einfach nur Geschwister. An seine Schulzeit kann sich Rüdiger noch sehr gut erinnern. Es war für ihn eigentlich keine schöne Zeit. Die Lehrer und Lehrerinnen waren streng, einige Mitschüler, aus seiner Version, einfach Scheiße und er wartete schon im 4. Schuljahr auf seinen Abgang aus dieser Institution. Das Lernen fiel ihm eigentlich nicht schwer, manchmal war es auch einfach nur zu leicht und er hatte keine große Mühe mit dem Lernstoff. Die ersten Anzeichen einer seltsamen Veränderung traten im 15./16. Lebensjahr auf. Sein Interesse an vielen Dingen sank, seine Konzentration wurde immer diffuser. Oftmals hatte er das Gefühl neben sich zu stehen, er war nicht mehr im Einklang mit sich und dieser Welt. Doch keiner bemerkte seine Veränderung. Seine Eltern und Geschwister nicht, sein Umfeld nicht und er selbst zunächst auch nicht, bis die erste Aggression aus ihm herausbrach. Sein Klassenlehrer rügte ihn, was öfters mal vorkam, er verlor die Fassung und beschimpfte ihn dermaßen, dass er aus dem Klassenraum verwiesen wurde. Danach musste Rüdiger zum Direktor, doch sein Weg führte ihn aus aus der Schule heraus. Er spazierte ziellos durch die Stadt, sein Verstand spielte irgendwie verrückt. Es dauerte nicht lange, bis er das erste Mal psychiatrisch behandelt wurde. Kurz darauf war eine stationäre Behandlung nicht mehr abzuwenden. Und nun begann sein Weg durch die Psychiatrie, dieser Weg dauerte insgesamt etwa 10 Jahre. Rüdigers Gedanken waren völlig diffus, Rüdiger legte sich mit Polizei und Ordnungsamt an, Rüdiger war am Ende einfach total „verrückt.“ Es war ein Hin und Her, ein Auf und Ab, einfach nur schrecklich. Er durchlief in etwa 10 Jahren unzählige Male, mal freiwillig, mal unfreiwillig, die Psychiatrie. Während dieser Zeit hat Rüdiger sogar sein Studium der Philosophie abgeschlossen. Er hat es geschafft, so glaubte er. Doch eine schicksalhafte Wende in seinem Leben ließ den „Wahnsinn“ wieder aufhorchen. Beteiligt an diesem Wendepunkt war seine Freundin Sara, die er in der Psychiatrie kennenlernte und die sich später das Leben nahm. Überlebt er diesen erneuten Wahnsinn? Oder geht er daran zugrunde? Doch plötzlich trifft Rüdiger noch mal eine Entscheidung, die seinen Lebensweg völlig auf den Kopf stellt. Sein Weg führt ihn, nach dem Tod seiner Eltern und seines Bruders in ein Kloster nach Nepal. In Nepal möchte er seine Psychose mithilfe der Mönche besiegen. Es wird auf jeden Fall ein spannender Weg, der ihn am Ende zurück nach Deutschland führt. Oder?

Kapitel 1

Meine Schulzeit – eine Katastrophe

An meine Einschulung kann ich mich noch sehr gut erinnern. Meine Mutter zeigte mir den Schulweg, der von meinem Elternhaus nicht allzu weit entfernt lag. Ein gutes Gefühl hatte ich nicht. Dies lag wohl daran, dass ich auf diesen Tag nicht richtig vorbereitet wurde. Auf dem Schulhof versammelt, schauten wir uns alle an. Einige meiner Mitschülerinnen und Mitschüler kannte ich, andere wiederum waren mir unsympathisch und völlig gleichgültig. Nun wartete ich gespannt auf den entsprechenden Lehrer oder der entsprechenden Lehrerin. Wir hatten eine Lehrerin, ziemlich alt, aber zunächst mal ganz OK, dachte ich. Doch da habe ich mich getäuscht. Schon nach ein paar Tagen erkannte ich, dass mit dieser Frau nicht zu spaßen war. Meine Eltern nahmen auch keinen großen Anteil an meinem ersten Schultag, sodass ich davon ausging, dass alles schon irgendwie laufen wird. Und es lief auch irgendwie, denn ich langweilte mich, vor allem in der Grundschule, sehr oft. In den ersten vier Jahren konnte ich nicht begreifen, dass Schule so wichtig sein sollte. Alles was da gelehrt wurde, war mir schon irgendwie klar. Das heißt nicht, dass ich alles wusste, aber der Lehrstoff flog mir zu. Es war einfach alles sehr, sehr einfach. Dadurch entstand eine große Langeweile, die ich versuchte zu überbrücken. Zu überbrücken mit Unsinn und viel Schabernack. Ein Vorfall, da war ich in der 4. Klasse, ist mir heute noch in Erinnerung. Ich habe auf dem Schulweg gebummelt, kam also etwa 15 Minuten zu spät zum Unterricht. Unsere Lehrerin, Frau Marquardt, schaute mich fragend mit den Worten an: „Na Rüdiger, wo kommst Du denn her?“ „Von draußen, Frau Marquardt.“ „Schau mal auf die Uhr!“ Ich schaute auf die Uhr und erwiderte: „Oh, sie ist stehengeblieben, tut mir aufrichtig leid.“ „Ist also nicht mein Fehler, sondern der Fehler meiner Uhr, Frau Marquardt.“ Das war dann wohl zu viel des Guten und Frau Marquardt erteilte mir eine Rüge, die in einer Strafarbeit endete. Ich musste zu Hause den Satz „Ich darf nicht zu spät kommen, nur weil meine Uhr stehen geblieben ist“ einhundert Mal in schöner Schrift aufschreiben. Diesen Vorfall erzählte ich auch meinen Eltern, die mir den Hinweis gaben, dass das so in Ordnung ist. Denn Pünktlichkeit gehört zu den wichtigsten Tugenden im Leben. Nun gut, dachte ich, wenn es nichts Wichtigeres im Leben gibt, dann ist das Leben ja wohl sehr einfach. Und einfach machte ich es mir dann auch, vor allem in der Grundschule. Ich fluchte sehr oft über diesen für mich verrückten Schulalltag, doch es sollte schlimmer kommen, viel schlimmer. Wenn schon die Grundschule so ätzend war, wie sollte es denn erst auf einer weiterführenden Schule werden, dachte ich in meiner Verzweiflung. Etwa ein halbes Jahr vor Ende der Grundschulzeit erhielten meine Eltern von der Schule einen Brief. Sie wurden zu einem Elternsprechtag eingeladen. Auf diesem Elternsprechtag ging es um die weiterführenden Schulen der Viertklässler. Da auch ich zu diesen Viertklässlern gehörte, war mir klar, dass nun bald auch für mich eine Entscheidung getroffen werden musste. Vor diesem Elternsprechtag setzten sich meine Eltern mit mir zusammen, um auch meine Meinung über die weiterführende Schule zu erfahren. Es war mir klar, dass meine Meinung kaum zählte. Meinen Eltern war von vornherein klar, welch weiterführende Schule ich besuchen sollte. Das ganze Gerede hätten wir uns ersparen können. Nun gut, das sinnlose Gerede im Familienkreis, so wie ich es empfand, fand dann aber trotzdem statt. Wir setzten uns an einem Abend zusammen und mein Vater ergriff sofort das Wort. „So, mein Junge, nun müssen wir bald entscheiden wie es mit Deiner Schulkarriere weitergehen soll.“ „Auf welche Schule möchtest Du denn demnächst gehen, Rüdiger?“ „Hm, das ist eine gute Frage, ich weiß es nicht, Realschule?“ Mein Vater runzelte die Stirn. „Realschule?“ „Aber Du hast doch mehr drauf.“ „Wie wäre es mit einem Gymnasium?“ Ich überlegte eine Zeit und erinnerte mich an die langweilige Grundschulzeit. Dabei kam mir der Gedanke, dass das Gymnasium vielleicht nicht so schlecht wäre. Da würde ich eventuell mehr gefordert und die Schule würde mir vielleicht dann doch mehr Spaß machen. Nach einer ganz kurzen Pause wandte sich mein Vater meiner Mutter zu. „Gisela, wie denkst Du denn so, über den weiteren schulischen Werdegang unseres Sohnes?“ Mutter zögerte nicht lange und ihre Antwort hatte ich erwartet, sie war schließlich Lehrerin. „Es gibt hier nicht viel zu überlegen“ war ihre Antwort. „Rüdiger hat das Zeug und die Intelligenz eines Gymnasiasten.“ „Alles andere, als das Gymnasium zu wählen, wäre falsch.“ Immer mehr hatte ich das Gefühl, dass meine Meinung keinen interessierte. Alle wussten immer genau was gut für mich sein sollte. Nun gut dachte ich, dann soll es eben so sein. Um das Ganze abzukürzen, schaute ich meine Eltern an, lächelte und nickte ihnen zu. „Gut, wenn ihr meint, dann gehe ich aufs Gymnasium.“ „Wird dort auch Philosophie unterrichtet?“ Mutter lächelte freudig und entgegnete: „Sicherlich, mein Sohn, Philosophie ist ein Fach für Dichter und Denker, das gehört einfach zum Grundwissen eines jeden Gymnasiasten.“ Kurz vor Ende unserer Aussprache tauchten meine zwei Geschwister auf. Mein Bruder Sascha war zu klein, um die ganze Tragweite zu verstehen und für meine Schwester Lena war klar, dass ich mal aufs Gymnasium gehe. Sie versuchte mich schon immer davon zu überzeugen, dass das Gymnasium für mich die richtige Schulform sei. Warum? Keine Ahnung? Meine Eltern schienen jedoch erleichtert, das ich ihnen die Entscheidung so leicht gemacht habe. Am Ende war ich aber auch froh, dass nun eine Entscheidung gefallen ist. Eine Entscheidung, die im Nachhinein vielleicht ein großer, nein ein ganz großer, Fehler war. Denn so richtig Spaß hat mir diese Schulform auch nicht gemacht. Das lag aber auch an meinen gymnasialen Mitschülerinnen und Mitschülern, mit denen ich nie so richtig warm wurde. Es gab nur einen Schüler, mit dem ich mich anfreundete. Er hieß Klaus und stammte, so wie ich, aus gut bürgerlichen Verhältnissen und interessierte sich für die Philosophie, so wie ich. Nach den Sommerferien war es dann soweit. Das Gymnasium erwartete mich und ich erwartete dass Gymnasium. Ich dachte mir nur: „Mal sehen, was die mir zu bieten haben.“ Eines war mir zu dieser Zeit ganz klar. Die Grundschule war für mich eine Institution mit wenig Sinn und Verstand. Aber Gymnasiallehrer müssen doch was auf dem Kasten haben, dachte ich und blickte am Ende doch ein wenig neugierig auf das Neue, dem Gymnasium. Bis es jedoch so weit war, hatte ich noch gut acht Monate Zeit (einschl. der bevorstehenden Sommerferien). Diese Zeit wurde genutzt, um mich gedanklich auf das Gymnasium vorzubereiten, denn ich wollte es allen zeigen. Meine Eltern, meine Geschwister und ich verbrachten einen Teil der Sommerferien auf der wunderschönen Insel Ibiza. Die drei Wochen Ibiza waren sehr schön, obwohl meine Eltern und meine Geschwister dabei waren. Ich hätte jedoch Griechenland bevorzugt. Warum Griechenland? Na ja, wegen der alten Philosophen, die dort gelebt haben. Nach den Sommerferien war es dann soweit. Der wirkliche Ernst des Lebens begann, sagten meine Eltern.

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