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Wenn die Sonne nicht mehr scheint

Irgendwann wird für jeden die Sonne untergehen und nie mehr scheinen. Für die/den Verstorbene/n ist es dunkel geworden. Doch auch für die Hinterbliebenen scheint zu Beginn der Trauer keine Sonne mehr.

Wie können solche Gedanken umgewandelt werden? Wenn die Sonne nicht mehr scheint, ist das Leben zu Ende. Doch wir können uns nicht vorstellen, dass dies einmal mit uns passiert. Wir müssen einen Weg finden, um die Sonne in unserem Herzen wieder scheinen zu lassen. Wir benötigen Hoffnung und den Glauben, dass es irgendwie weitergehen wird. Ansonsten war doch alles sinnlos? Oder?

Für mich habe ich eine sehr gute Möglichkeit entdeckt, dieser Sinnlosigkeit zu entfliehen. Ich glaube an die Wiedergeburt. Als gebürtiger Christ konnte ich schon als Kind mit dem christlichen Glauben nichts anfangen. Himmel und Hölle, Engel und Teufel, nein das war und das ist nicht meine Welt. Dann entdeckte ich den Buddhismus, der mir die Angst vor dem Tod nahm.

Durch den Glauben an meine Wiedergeburt habe ich Hoffnung. Hoffnung auf ein neues Leben und vielleicht sogar auf ein „besseres Leben.“ Wenn die Sonne am Ende nicht mehr scheint, wird sie jedoch irgendwann wieder aufgehen. Spätestens bei meiner Wiedergeburt. Das macht nicht nur Hoffnung, das nimmt einem auch die Angst vor dem Tod. Besser kann es doch nicht laufen.

Für die Hinterbliebenen ist es ganz wichtig, einen Sinn in allem zu sehen. Dieser Sinn wird zum Beispiel in einer professionellen Trauerbegleitung vermittelt. Auch wenn die Sonne momentan nicht scheint, so wird sie wieder aufgehen. Und auch Trauernde werden die Sonne wieder sehen, da bin ich mir ganz sicher.

Mein Glaube macht mir Hoffnung

Können gläubige Menschen mit Verlusten besser umgehen? Was ist mit denen, die nicht gläubig sind? Sind sie verloren oder haben sie nur eine andere Sichtweise? Ich glaube, dass auch diese Menschen im tiefsten Innern einen Glauben haben.

Sicher, wer glaubt, hat Hoffnung. Hoffnung? Auf was? In meinen Trauerbegleitungen habe ich festgestellt, dass es zu Beginn einer Trauerphase keine Rolle spielt, ob jemand gläubig ist oder nicht. Der Schmerz ist bei allen Menschen gleichsam vorhanden, nur der Umgang mit dem Verlust ist anders. Wer an das Paradies glaubt, glaubt auch an ein Leben nach dem Tod. Einen wissenschaftlichen Nachweis, dass religiöse Menschen mit dem Tod und auch mit der Trauer leichter umgehen, gibt es nicht.

Ich denke, dass jeder für sich seinen eigenen Weg zu diesen Themen finden wird. Ob ich an Jesus, die heilige Maria, an Buddha oder an Mohammed glaube, alle suchen nach dem Sinn. Und Atheisten haben es oftmals sogar leichter als Gläubige, da sie keinen Trost in einer Religion suchen. Atheisten nehmen den Tod zur Kenntnis und versuchen auch in der Trauer das Gegebene hinzunehmen.

Ich persönlich habe meinen Weg gefunden. Als geborener Christ konnte ich mit dem Christentum nichts anfangen. Ich konnte schon als Kind diesen Glauben nicht glauben. Es war mir alles zu undurchsichtig. Ich stellte mir zum Beispiel die Frage, warum Christen an Jesus glauben, obwohl er Jude war. Mir war das alles zu kompliziert.

Und irgendwann befasste ich mich mit dem Buddhismus und der Wiedergeburt. Diese Philosophie konnte ich nachvollziehen und so glaube ich an die Wiedergeburt. Ich denke, dass dieser Glaube mir am Ende Trost spenden wird. Denn ich werde ja wiederkommen, obwohl ein Buddhist das Nirwana anstrebt. Doch um dies zu erreichen, bedarf es noch vieler Leben. Doch mein Glaube macht mir Hoffnung.