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Du bist gegangen – meine Liebe bleibt

Der Verlust eines lieben Menschen schmerzt. Wer gestorben ist, ist gegangen und wer zurückbleibt, ist geblieben. Spätestens dann denken Hinterbliebene über das Leben und den Tod nach. Was vorher immer verdrängt wurde, kommt nun zu Vorschein. Das Bewusstsein, dass alles vergänglich ist, tritt in den Vordergrund. Warum erst jetzt? Warum so spät? Weil viele Menschen Angst vor dem Tod haben.

Wer sich schon zu Lebzeiten mit den Themen des Sterbens, des Todes und natürlich auch der Trauer auseinandersetzt, wird es leichter haben, wenn es passiert ist.

Denn jeder von uns wird irgendwann dem Tod ins Auge sehen. Sterbende, die sich schon immer mit diesen brisanten Themen beschäftigt haben, sterben  leichter. Sicher, die Angst ist auch dann vorhanden, jedoch nicht so stark. Die Angst besteht, weil wir ja am Ende nicht wissen, was wirklich kommt.

Hinterbliebene sollten sich immer vor Augen führen, dass Sterbende nicht wollen, dass wir leiden. Sicher, wir trauern und weinen. Doch mit der Zeit empfinden wir glückliche Erinnerungen, die wir nicht missen möchten. Dann können wir auch sagen: „Du bist gegangen, doch meine Liebe bleibt.“

Lasst uns das Leben genießen, denn wir sollten Freude in unser Leben bringen. Nur dann werden wir auch am Ende mit Freude und Dankbarkeit zurückblicken. Zurückblicken auf das, was war. Und dann  werden wir mit einem Lächeln diese Erde verlassen.

Aus Trauer wird Liebe

Nach einem tragischen Verlust ist der Schmerz kaum auszuhalten. Trauernde befinden sich in einer Ausnahmesituation und glauben den Boden unter den Füßen zu verlieren. Doch wie kann die Trauer bewältigt werden? Wie kann aus Trauer Liebe werden? Ich habe mir über viele Jahre, vor allem während meiner Trauerbegleitungen und der  Tätigkeit im Krankenhaus (Psychiatrie), sehr viele Gedanken zur Trauerbewältigung gemacht. Früher hieß es ja immer: „Du musst loslassen!“ Doch dies ist wohl der falsche Weg.

Selbst ein bekannter Psychotherapeut, der hierzu mehrere Bücher geschrieben hat, stellte fest, dass das Loslassen der falsche Weg ist. Auch ich bin der Meinung, dass wir festhalten müssen. Wir dürfen die/den Verstorbene/n nicht loslassen.

Wenn wir uns mit der Trauer und all den schmerzhaften Erfahrungen auseinandersetzen, werden wir feststellen, dass nach einer gewissen Zeit das Festhalten immer schöner wird. Der oder die Verstorbene befindet sich in unserem Herzen und ist somit immer bei uns. Wir lassen nicht los, sondern halten fest.

Irgendwann wird dann aus der schmerzhaften Trauer unbegrenzte Liebe. Glaubt mir, auch wenn es sich zunächst ein wenig unlogisch anhört, werdet Ihr die Liebe, die aus der Trauer entstanden ist, spüren. Und diese Liebe kann und wird auch niemals zerbrechen.

Fazit

Aus Trauer wird Liebe, dies ist eine wunderbare Trauerbewältigungsstrategie, die den Trauernden nur richtig vermittelt werden muss. Ein bisschen Geduld und sehr viel Empathie gehören einfach dazu. Trauernde werden es Euch am Ende danken und die Liebe der/des Verstorbenen spüren und festhalten.