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Wenn Ängste und Panikattacken das Leben bestimmen

In meiner langjährigen beruflichen Laufbahn habe ich sehr viele Menschen kennengelernt, die an Ängsten und Panikattacken litten. Was haben Ängste und Panikattacken auf einem Trauerblog zu suchen? Angststörungen und Panikattacken gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. Viele Menschen, die einen tragischen Verlust erlitten haben, entwickeln oftmals Symptome einer Angst- und Panikstörung.

Was ist nun in solchen Fällen zu tun? Wie können Trauernde diese Symptome loswerden? Es ist ganz wichtig zu wissen, dass Ängste und Panik meist ihre Ursache in der frühen Kindheit haben. Durch den Verlust eines lieben Menschen können Ängste und Panikattacken entstehen, die das Leben dann weitestgehend bestimmen. Wenn ärztlicherseits keine andere Ursache festgestellt wird, sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, ob eine Trauerbegleitung hier hilfreich sein kann. Oftmals verschwinden die Ängste/Panikattacken, wenn bewusst gemacht wird, dass diese Symptome aufgrund der Trauer vorliegen.

Als qualifizierter Trauerbegleiter arbeite ich in solchen Fällen mit der kognitiven Verhaltenstherapie. Diese Therapieform wird auch bei Depressionen eingesetzt. Und das nach einem schweren Verlust auch eine Depression auftreten kann, ist bekannt. Wer seine Symptome richtig einordnet, kann diese auch folgerichtig bearbeiten und verarbeiten. Am erfolgreichsten geschieht dies mit einer entsprechenden therapeutischen Begleitung oder aber mit einer qualifizierten Trauerbegleitung.

Meiner Meinung nach wird eine Trauerbegleitung nur selten genutzt. Das finde ich schade, da mit einer qualifizierten Trauerbegleitung der Verlust gesünder und vor allem schneller verarbeitet werden kann.

Wenn aus Trauer Depression wird

Dass Trauer keine Krankheit ist, wissen wir alle. Dass aus Trauer jedoch eine Krankheit werden kann, wissen viele. Und das die Depression eine psychische Erkrankung ist, wissen ebenfalls viele. Doch ebenso viele möchten nichts davon wissen.

Die Major Depression

Im Fachjargon wird eine typische Depression auch Major Depression genannt. Vielfach wird der Begriff auch als endogene Depression bezeichnet. Diese Art der Depression kann in jedem Alter auftreten. Vor dem Ausbruch einer endogenen Depression tritt oftmals ein einschneidendes und negatives Erlebnis auf. Solch ein Erlebnis kann der Tod oder die Trennung eines geliebten Menschen sein. Doch auch andere Auslöser, wie zum Beispiel Suchterkrankungen und chronische Erkrankungen, können eine Major Depression auslösen. Nach dem Ausbruch der Erkrankung kann es immer wieder zu depressiven Schüben kommen. Das heißt, dass nach einer kranken Phase eine gesunde Phase folgt und umgekehrt.

Rechtzeitiges Erkennen ist wichtig

Die endogene Depression ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung, die sofort behandelt werden sollte. 15 % der an einer Major Depression erkrankten Personen unternehmen einen Suizidversuch, wenn die Depression nicht rechtzeitig behandelt wird. Nachstehende Anzeichen sind typisch für eine endogene Depression:

  • Ruhelosigkeit
  • Suizidgedanken oder -pläne
  • Gefühl der Wertlosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Verlust an sexuellem Interesse
  • Schlafprobleme
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schuldgefühle

Dies sind nur einige Anzeichen, die unbedingt beachtet werden müssen.

Meine Erfahrung

In meiner mehr als 35-jährigen Erfahrung als Fachkrankenpfleger Psychiatrie habe ich sehr viele Menschen mit solchen Symptomen kennengelernt. Je länger solch eine Depression verkannt wird, umso schwieriger wird deren Behandlung. Es ist auch zu beachten, dass sich solch eine Depression zu einer chronischen Depression entwickeln kann. Deshalb kann ich nur allen raten auf die Erstsymptome zu achten, damit aus einer depressiven Episode (bei einem Trauerfall) keine endogene Depression wird.