Schlagwort-Archive: schicksal

Der Tod und ich …. …

Der Tod und ich sind eins. Was soll diese Aussage bedeuten? Diese Aussage können am besten Sterbende beantworten, die sich mit ihrem Schicksal abgefunden haben, sie warten auf den Tod. Ja, es gibt Sterbende, die sich mit dem Tod arrangieren, die eins sind mit dem Tod. Doch wie kann solch eine Haltung erworben werden? Viele Sterbende hängen am Leben und möchten diese Erde nicht verlassen. Das sind dann diejenigen, die sich nie mit den Themen des Sterbens und des Todes auseinandergesetzt haben. Sie leiden und sind voller Aggression, voller Wut. Doch wer so stirbt, leidet.

Wenn wir am Lebensende mit uns und unserer Umwelt einig sind, können wir dem Tod lächelnd entgegensehen. Dies setzt jedoch voraus, dass wir uns schon in der Mitte unseres Lebens mit diesen Themen auseinandergesetzt haben. Wir müssen uns dem Sterben und dem Tod stellen. Gläubige Menschen haben es da einfacher, als die, die an nichts glauben.

All diese Theorien funktionieren jedoch nur, wenn die Lebensuhr dem Alter entsprechend abläuft. Wer einen schweren Unfall hatte und im Koma liegt, kann natürlich dem Tod nicht lächelnd entgegensehen. Hier wird jedoch das Unterbewusstsein reagieren. Alles, was in jüngeren Jahren gedanklich aufgenommen wurde, wird am Lebensende, auch im Koma, präsent. Was komatöse Menschen erleben, wissen wir nicht. Es ist jedoch bekannt, dass selbst Menschen im Koma eine Menge von ihrer Umwelt mitbekommen.

Lasst uns dem Tod gelassen ins Auge sehen, denn er gehört zum Leben. Wir werden sterben, das ist allen klar. Deshalb müssen wir mit dem Tod eins sein, damit am Ende ein Friede zwischen dem Leben und dem Tod herrscht. Ich wünsche Euch allen ein gutes Gelingen, mit dem Sterben und dem Tod.

 

 

Warum hast Du mich verlassen?

In meinen Trauerbegleitungen höre ich oft den Ausspruch: „Warum hast Du mich verlassen?“ Trauernde sind nach einem Verlust von Wut und Enttäuschung geprägt. Sie verurteilen, dass der/die Verstorbene diesen Erdball verlassen hat. Es wird jedoch vergessen, das derjenige/diejenige nicht freiwillig gegangen ist. Irgendwann schlägt das Schicksal zu und der Tod ist da. Und dann beginnt für die Hinterbliebenen die Trauer.

Wir müssen den Tod akzeptieren. Doch viele Menschen, vor allem Jüngere, denken nicht an das Sterben und den Tod. Wer sich jedoch nie mit diesen Themen auseinandersetzt, wird es am Ende sehr schwer haben. Auch Sterbende, die so gelebt haben, als wenn sie ewig leben, leiden am Ende. Sie leiden, weil sie Angst, Angst vor dem Ungewissen, haben.

Somit ist die Frage „Warum hast Du mich verlassen?“ schon gerechtfertigt, doch völlig sinnlos. Solche Fragen behindern ein gesundes Trauern. Wir sollten lieber den Ausspruch „Schön, dass es Dich gab“ wählen. Damit lenken wir unsere Gedanken auf das Positive und erinnern uns an die schöne Zeit, die es gab.

Sicher, es ist nicht leicht, einen lieben Menschen zu verlieren. Doch wer auch in solchen Krisen versucht, das „Positive“ herauszustellen, wird es einfacher haben. Die einzelnen Trauerphasen werden leichter zu ertragen sein.