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Trauer aus philosopohischer Sicht

Das Sterben, der Tod und die Trauer sind Themen, die von vielen Menschen verdrängt werden. Doch jeder wird irgendwann sterben und jeder wird in irgendeiner Art und Weise mit Trauer konfrontiert. Spätestens dann stellt sich die Sinnfrage. Die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Sinn des Sterbens und auch nach dem Sinn der Trauer. In der Trauerbegleitung habe ich einen Ansatz gefunden, der das Trauern erleichtert. Solch ein Ansatz ist die Trauerphilosophie. Denn nur wer sich intensiv mit diesen nicht gerade beliebten Themen auseinandersetzt, kann eine gesunde Trauer durchleben.

Trauerphilosophie kann auch  Bewältigungsstrategie

Die Philosophie kann eine sehr gute Trauerbewältigungsstrategie sein.  Besonders Menschen, die keinem Glauben angehören, betrachten das Sterben und den Tod oftmals als sinnlos. Und gerade

für diese Menschen kann die Philosophie eine echte Hilfe darstellen. Die Trauerphilosophie fungiert hier als Bewältigungsstrategie, dies zeigen zahlreiche Vergleiche mit trauernden Nichtgläubigen. Doch auch religiöse Menschen finden in der Philosophie einen gewissen Halt und eine gewisse Zuversicht. Wenn Sie nun zweifeln und weiterhin nach dem Sinn suchen, dann lassen Sie sich auf die Philosophie der Trauer ein.

Auch die Trauer hat seinen Sinn

Auch wenn Sie es nicht für möglich halten, so sollten Sie den Versuch wagen, Trauer als Ganzes zu akzeptieren. Alles hat seinen Sinn: das Leben, das Sterben, der Tod und eben auch die Trauer. Sogar die Sinnlosigkeit hat seinen Sinn. Und wenn Sie nun alles für sinnlos halten, dann hat auch dies seinen Sinn. Wichtig ist, dass Sie über diese Dinge nachdenken. Das Denken ist ein großes Plus der Menschheit und  wir sollten es nutzen, solange wir auf diesem Planeten verweilen. Denn Menschen, die denken, sind in der Lage Veränderungen herbeizuführen.

 

Warum hast Du mich verlassen?

Warum hast Du mich verlassen, oder wie soll ich ohne Dich weiterleben? Diese Fragen beschäftigt Trauernde immer wieder, wenn ein lieber Mensch gegangen ist. Eine Antwort auf diese Fragen werden wir nicht erhalten. Als Trauerbegleiter habe ich diese Sätze schon mehrfach gehört und ich kann dann auch immer nur sagen: „Ich weiß es auch nicht, doch wir werden all diesen Fragen auf den Grund gehen.“

Besonders ältere Menschen leiden sehr stark, wenn der Partner oder Partnerin verstorben ist. Denkt hierbei nur mal an Eheleute die 50, 60 oder noch mehr Jahre zusammen waren. Eine weitere Gruppe, die diese Fragen immer wieder stellen, sind Trauernde die einen lieben Menschen durch Suizid verloren haben. Die quälenden Gedanken nehmen kein Ende und der Schmerz ist unfassbar groß. Weiterhin stehen trauernde Eltern, die ihr Kind verloren haben vor einer für sie unlösbaren Aufgabe. Es gibt noch weitere Beispiele, die ich hier jedoch nicht weiter ausführen möchten. Die sich immer wieder stellende Frage „Warum hast Du mich verlassen“ bleibt unbeantwortet.

Wir können diese Fragen jedoch in eine andere Richtung lenken. Hierbei muss sehr individuell vorgegangen werden und eine vorgegebene Richtschnur gibt es nicht. Wichtig ist, dass versucht wird, der ganzen Sache einen „Sinn“ zu geben.  Wenn das überhaupt geht. Ich bin jedoch der Meinung, dass alles seinen Sinn hat. Selbst die Sinnlosigkeit hat seinen Sinn. Doch dies wird jetzt zu philosophisch. Vielleicht gibt es ja demnächst mal einen Beitrag über den Sinn der Sinnlosigkeit.

Aus diesen Fragestellungen heraus können wir feststellen, wie wichtig eine qualifizierte Trauerbegleitung sein kann. Solche Fragen kann nicht der Nachbar von nebenan beantworten. Und ein Psychologe oder Psychiater ist auch nicht auf der Stelle greifbar (Termine dauern meist mehrere Monate), sodass ein Trauerbegleiter für viele Menschen eine große Hilfestellung sein kann.

In diesem Beitrag habe ich die Fragen auch nicht beantwortet. Doch dies ist ja auch nicht der Sinn eines Trauerblogs. Mein Trauerblog soll zum Nachdenken anregen und vielleicht doch die eine oder andere Hilfestellung leisten können. Das hoffe ich stark. Danke für Eure Aufmerksamkeit.