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Weine nicht, denn ich bin bei Dir

In diesem Beitrag möchte ich mal die Sichtweise eines Sterbenden betrachten. Als Sterbe- und Trauerbegleiter habe ich auch viele sterbende Menschen begleitet. Es ist mir teilweise bekannt, wie Sterbende über den eigenen Tod denken und was sie sich nach dem Tod wünschen.

Sterbende können es nicht ertragen, wenn Angehörige oder liebe Freunde am Sterbebett weinen. Das macht sie mutlos und traurig. Nun kommt es natürlich darauf an, wie alt der Sterbende ist. Ein junger Familienvater hat es da mit Sicherheit schwerer als ein 90-jähriger Mensch, der ein erfülltes und sinnvolles Leben hinter sich hat. Doch auch die Senioren/Seniorinnen verspüren Angst. Die Angst entsteht, weil man nicht weiß, wohin die Reise geht.

Aus dieser Sicht sollten Menschen, die einen Sterbenden begleiten versuchen, „Haltung“ zu wahren. Das hört sich irgendwie komisch an. Ich meine damit, dass nach Möglichkeit nicht allzu sehr die Traurigkeit in den Mittelpunkt gestellt werden sollte. Frühere Erlebnisse noch einmal hervorholen, um zusammen zu lachen. Dies bereitet Sterbenden oftmals eine große Freude. Sie werden dann weinen, wenn Ihr das Sterbebett verlassen habt. Und das ist gut so.

Werdet Euch immer wieder bewusst, dass das Sterben zum Leben gehört. Der oder die Sterbende wird am Ende sagen: „Weine nicht, denn ich bin bei Dir.“ Erfüllt Euren Liebsten diesen Wunsch. Sie können dann unbeschwerter und eventuell mit etwas weniger Angst in die andere Welt übertreten.