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Das Trauern beginnt vor dem Tod

Liebe Bloggerinnen und Blogger, liebe Besucher! In diesem Beitrag möchte ich als Trauerbegleiter mal auf das Sterben eingehen. Denn das Sterben beginnt vor dem Tod und damit beginnt auch die Trauer.

Es gibt viele Menschen, die nicht unerwartet und plötzlich sterben. Denken wir hier nur mal an eine schwere Erkrankung, die das Leiden hinauszögert, bis der Tod eintritt. Partnerinnen und Partner, Verwandte und Freunde beginnen bereits zu trauern, wenn der Tod noch nicht eingetreten ist. Diese Trauer beginnt also vor dem Tod und hat jedoch einen völlig anderen Charakter.

Doch worin besteht der Unterschied bei einer Trauer vor und bei einer Trauer nach dem Tod? Wenn ein geliebter Mensch im Sterben liegt, dann gibt es immer noch Hoffnung. Der Tod wird verdrängt und wir alle kennen die Sprüche: „Das wird schon wieder, Du schaffst das.“ Oder: „Kopf hoch, Du bist stark!“ All dies sind verständliche Aussagen. Sie bezeugen aber auch, dass der Tod in unserer Gesellschaft nicht willkommen ist. Doch es nützt nichts, der Tod kommt für jeden, früher oder später.

Liegt ein geliebter Mensch im Sterben, beginnt die Trauer. Doch nicht nur Angehörige und Freunde trauern, auch der Sterbende befindet sich in einer Trauerphase. Die amerikanische Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross, die in der Schweiz geboren wurde, entwickelte das Modell der fünf Sterbephasen. Hieraus leiteten sich dann die Trauerphasen ab. Beide Modelle, Sterbe- und Trauerphasen, werden jedoch von einigen Sterbe- und Trauerforschern in Zweifel gezogen.

Auch ich habe in meinen Aus- und Fortbildungen die Sterbe- und Trauerphasen kennengelernt. Wie jedoch so vieles im Leben, so sollten auch diese Erkenntnisse nicht unbedingt übernommen werden. Trauer ist ein individueller Vorgang, der nicht in irgendwelche Phasen einzuordnen ist. Jeder Mensch hat seine eigene Trauer, so wieder jeder sein eigenes Sterben erlebt. Es gibt keine allgemeingültigen Regeln und das ist gut so!