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Die klientenzentrierte Gesprächsführung – ein brauchbares Mittel in der Trauerbegleitung

Klientenzentrierte Gesprächsführung, was ist das genau? Die klientenzentrierte Gesprächsführung ist eine Therapieform, die von Psychologen und Psychotherapeuten angewandt wird. Sie wird auch Gesprächstherapie oder personenzentrierte Gesprächstherapie genannt.

Auch in der Trauerbegleitung kann diese Therapieform sehr hilfreich sein. Viele Trauerbegleiter, so auch ich, wenden diese Gesprächsführung an, da sie ein brauchbares Mittel in der Bewältigung von Verlusten darstellt.

Mit den Klienten eine personenzentrierte Gesprächsführung durchführen, ist nicht nur für Trauernde hilfreich. Auch Trauerbegleiter haben so die Möglichkeit sehr intensiv in das Seelenleben der Trauernden einzutauchen.

Bei dieser Art der Psychotherapie wird die angeborene Selbstverwirklichung genutzt, um eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit zu erreichen .  Der Trauerbegleiter/Therapeut muss drei Dinge in der Beziehung zum Klienten/Trauernden berücksichtigen. Diese sind:

  • die bedingungslose Wertschätzung gegen den Klienten/Trauernden
  • emphatisches Verhalten gegenüber dem Klienten/Trauernden
  • die authentische Kommunikation mit dem Klienten/Trauernden.

Nur wenn diese drei Elemente konsequent eingehalten und durchgeführt werden, kann der/die Trauernde von dieser Art der Gesprächsführung profitieren. Daher ist aus meiner Sicht die klientenzentrierte Gesprächsführung mehr als nur ein brauchbares Mittel in der Trauerbegleitung.

Weitere Informationen über eine sinnvolle Trauerbegleitung findet Ihr auch auf meiner Internetseite.  Schaut einfach mal rein und informiert Euch über die verschiedenen Angebote meiner mobilen Trauerbegleitung.

Trauer bewältigen durch einen Friedhofsbesuch

Der Besuch auf einem Friedhof kann eine sehr gute Trauerbewältigungsstrategie sein. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass der Gang zum Friedhof Trauer erleichtern kann. Doch immer weniger Menschen gehen zum Friedhof. Besonders nach einer Beisetzung wird dieser Ort kaum noch besucht. Vielleicht einmal im Jahr, wie Totensonntag, stürmen die Menschen zum Friedhof, um ihr schlechtes Gewissen zu erleichtern. Okay, ich gehöre auch nicht zu den Friedhofsgängern. Trotzdem glaube ich, dass es für viele Menschen eine Erleichterung sein kann, den Friedhof aufzusuchen.

Der Friedhof ist ein ganz besonderer Ort. Ein Ort der Stille und Besinnung. Hier kann noch einmal sehr intensiv an die/den Verstorbene/n gedacht werden. Eine Rückblende über das

gemeinsame Leben macht zwar sehr traurige, doch es wird am Ende eine Erleichterung sein. Kinder zum Beispiel haben keine Berührungsängste. Sie leben in ihrer eigenen Welt und nehmen Kontakt zur/zum Verstorbenen auf.

Lasst Euch von Kindern inspirieren und nehmt sie mit auf den Friedhof. Sie werden Euch zeigen, wie mit Trauer gesund umgegangen wird. Der Friedhof ist nämlich nicht so grauenhaft, wie viele denken. Der Friedhof ist eine Gedenkstätte und kann, ich wiederhole mich, eine sehr gute Trauerbewältigungsstrategie sein.

Wer bisher kaum oder fast nie einen Bekannten, Verwandten oder lieben Menschen auf dem Friedhof besucht hat, sollte dies jetzt tun. Ihr werdet am Ende eine Erleichterung spüren. In einer Trauerbegleitung sind solche Strategien sehr hilfreich. Dies habe ich in meinen Begleitungen immer wieder erfahren. Probiert es einfach mal aus und ich würde mich freuen eine Rückmeldung von Euch zu erhalten.

Philosophische Weisheiten können hilfreich sein

Heute geht es um keinen allgemeinen Beitrag zum Thema der Trauer, heute wende ich mich den philosophischen Weisheiten zu. Philosophische Weisheiten und Sprüche können hilfreiche Begleiter in der Trauerverarbeitung sein. Denken wir hier nur mal an die alten buddhistischen Weisheiten oder an die Aussagen berühmter Philosophen der Antike. Diese Menschen hatten ein Wissen, welches auch heute noch Gültigkeit hat. Es sollten sich viel mehr Menschen an diesen Philosophen orientieren, um den wahren Sinn des Lebens zu erkennen.

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird zu leben. (Mark Aurel)

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt. (Mahatma Gandhi)

Philosophieren heißt Sterben lernen. (Sokrates)

Jedoch, es ist nun Zeit, dass wir gehen, ich, um zu sterben, und ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott. (Sokrates)

Ängstigt euch nicht vor dem Tod, denn seine Bitterkeit liegt in der Furcht vor ihm. (Sokrates)

Vielleicht hat der Eine oder andere von Euch auch ein paar Weisheiten zur Hand, die hilfreich sein können. Wir nutzen viel zu wenig das Wissen der Philosophen aus der Antike. Doch auch die buddhistische Philosophie hat hier einiges zu bieten.

Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft.
Die Vergangenheit ist nicht mehr.
Die Zukunft ist noch nicht gekommen.
Das Leben ist hier und jetzt.

An Ärger festhalten ist wie wenn du ein glühendes Stück Kohle festhälst mit der Absicht, es nach jemandem zu werfen – derjenige, der sich dabei verbrennt, bist du selbst.
Buddha

Es gibt nur eine falsche Sicht:
Die Überzeugung, meine Sicht ist die einzig Richtige.
Nagarjuna

Es gibt keinen Weg zum Glück,
Glück ist der Weg.
Gautama Buddha

Solange man das Wesen des Geistes nicht erkennt,
bleibt jede Erfahrung durch die innere Einstellung gefärbt und in Ort und Zeit begrenzt.
Lama Ole Nydahl

Mit dem Tod seiner Eltern verliert man ein Stück seiner Vergangenheit,
mit dem des Partners einen Teil seiner Gegenwart,
mit dem seines Kindes einen Teil seiner Zukunft.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944)

Für einen Vater, dessen Kind stirbt, stirbt die Zukunft. Für ein Kind, dessen Eltern sterben, stirbt die Vergangenheit.
Berthold Auerbach (1812-1882)

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird zu leben.
Marcus Aurelius (121-180)

Wir wissen nichts vom Leben, wie könnten wir etwas vom Tod wissen?
Konfuzius (551-479 v.Chr.)

Ich hoffe, einige dieser Weisheiten gefallen Euch und haben Euer Innerstes erhellt.

Es grüßt Euch alle Harald Adam

 

 

Chronische Trauer ist pathologisch

Trauer ist ein normaler Zustand, der nach einer gewissen Zeit immer mehr abnimmt. Wer jedoch über einen sehr langen Zeitraum keine Fortschritte in der Trauerverarbeitung erlebt, läuft Gefahr krank zu werden. Die Trauer wird chronisch und Mediziner sprechen dann von einer pathologischen Trauer. Wie äußerst sich der Beginn der pathologischen Trauer? Die verlängerte Trauerstörung umfasst Symptome wie:

  • eine dauerhafte Sehnsucht nach dem/der Verstorbenen und dem dazugehörigen Schmerz,
  • Schwierigkeiten, den Verlust zu akzeptieren,
  • ein Gefühl der Sinnlosigkeit und
  • Schwierigkeiten, sich mit (neuen) Aktivitäten zu beschäftigen.

Wenn einer dieser Symptome nach einer längeren Zeit auftritt, sollte Hilfe in Anspruch genommen werden. Da Trauernde dies Selbst jedoch nicht wahrhaben wollen, oder nicht in der Lage sind, den ganzen Prozess zu durchschauen, müssen Angehörige und liebe Freunde die Trauerbegleitung forcieren. Doch wie soll da vorgegangen werden?

Zunächst sollte über eine qualifizierte Trauerbegleitung nachgedacht werden. Eine mobile Trauerbegleitung ist hier ein

großer Vorteil, da der Trauerbegleiter die/den Trauernde/n zu Hause besucht und dort die Begleitung in Einzelgesprächen durchführen wird. Mit solch einer qualifizierten Trauerbegleitung kann eine pathologische Trauer verhindert werden. Vorab kann dies auch mit dem Hausarzt oder einem entsprechenden Facharzt besprochen werden.

Nutzt eine qualifizierte Trauerbegleitung, damit aus einer normalen Trauer keine pathologische oder chronische Trauer wird. Ich mache hier zwischen beiden Trauerarten noch einen Unterschied.

Meine Meinung: Die pathologische Trauer kann behandelt werden, bei der chronischen Trauer wird es schon schwieriger. Chronisch heißt dauerhaft und ist kaum noch zu behandeln. Und wenn, dann nur über einen sehr langen Zeitraum. Doch dazu haben chronisch Trauernde oftmals keine Kraft mehr.

 

Der Tod ist ein Geschäft – die Trauer auch?

Der Tod ist für viele Menschen eine gute Einnahmequelle. Denken wir hier nur mal an Bestattungsunternehmen, Kirchen, Städte und Gemeinden, Trauerredner und noch einige mehr, die vom Tod eines Menschen profitieren.

Bei der Trauer sieht es jedoch schon wieder etwas anders aus. Die Begleitung trauernder Menschen wird oftmals ehrenamtlich durchgeführt.  Bestattungsunternehmen,  Hospizdienste oder kirchliche Einrichtungen bieten eine Trauerbegleitung an.

Doch nicht alle Trauerbegleiter sind kostenlos. Freiberufliche und selbstständige Trauerbegleiter verlangen ein Honorar, dass sich nicht jede/r Trauernde leisten kann. Damit ist nicht nur der Tod, sondern auch die Trauer zu einem Geschäft geworden. Ist das Geschäft mit Trauernden noch human? Hier können wir geteilter Meinung sein. Ich selbst bin  freiberuflicher Trauerbegleiter und verlange ebenfalls ein Honorar. Bin ich nun inhuman? Mit Sicherheit nicht. Qualifizierte und fachlich versierte Trauerbegleiter müssen sich auf ihre Aufgabe sehr gut vorbereiten. Individuelle Trauerbegleitung nimmt viel Zeit in Anspruch. Ich führe zum Beispiel ein kostenloses Erstgespräch und erhebe eine Anamnese. Danach erstelle ich ein individuelles Konzept, um die passende Therapieform zu finden.

Sicherlich ist die professionelle Trauerbegleitung ein  Geschäft. Doch qualifizierte Trauerbegleiter, die nicht unbedingt auf das Honorar angewiesen sind, sind ihr Geld wert. Denn ein Trauerbegleiter, der seine Trauernden zu Hause besucht, so wie ich es tue, um mit ihnen eine qualifizierte Begleitung durchzuführen, ist sein Geld wert. Selbst Ärzte und Psychotherapeuten die Trauernde begleiten erhalten ein Honorar. Somit ist nicht nur der Tod ein Geschäft, oder?

Fazit

Diskussionen über dieses Thema sind erwünscht und ich hoffe, dass sich viele Leserinnen und Leser über dieses Thema Gedanken machen.

 

 

 

Wenn Ängste und Panikattacken das Leben bestimmen

In meiner langjährigen beruflichen Laufbahn habe ich sehr viele Menschen kennengelernt, die an Ängsten und Panikattacken litten. Was haben Ängste und Panikattacken auf einem Trauerblog zu suchen? Angststörungen und Panikattacken gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. Viele Menschen, die einen tragischen Verlust erlitten haben, entwickeln oftmals Symptome einer Angst- und Panikstörung.

Was ist nun in solchen Fällen zu tun? Wie können Trauernde diese Symptome loswerden? Es ist ganz wichtig zu wissen, dass Ängste und Panik meist ihre Ursache in der frühen Kindheit haben. Durch den Verlust eines lieben Menschen können Ängste und Panikattacken entstehen, die das Leben dann weitestgehend bestimmen. Wenn ärztlicherseits keine andere Ursache festgestellt wird, sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, ob eine Trauerbegleitung hier hilfreich sein kann. Oftmals verschwinden die Ängste/Panikattacken, wenn bewusst gemacht wird, dass diese Symptome aufgrund der Trauer vorliegen.

Als qualifizierter Trauerbegleiter arbeite ich in solchen Fällen mit der kognitiven Verhaltenstherapie. Diese Therapieform wird auch bei Depressionen eingesetzt. Und das nach einem schweren Verlust auch eine Depression auftreten kann, ist bekannt. Wer seine Symptome richtig einordnet, kann diese auch folgerichtig bearbeiten und verarbeiten. Am erfolgreichsten geschieht dies mit einer entsprechenden therapeutischen Begleitung oder aber mit einer qualifizierten Trauerbegleitung.

Meiner Meinung nach wird eine Trauerbegleitung nur selten genutzt. Das finde ich schade, da mit einer qualifizierten Trauerbegleitung der Verlust gesünder und vor allem schneller verarbeitet werden kann.

Wenn Trauerbegleitung am Geld scheitert

Ich bin wütend, sehr wütend und deshalb hoffe ich, dass dieser Beitrag nicht missverstanden wird. Doch was ich kürzlich erlebte, raubt mir den Glauben an Gerechtigkeit und Solidarität. Doch eins nach dem anderen.

Eine Mitarbeiterin einer Familien WG, wo Kinder und Jugendliche aus den unterschiedlichsten Gründen (Waisenkinder, Kinder aus zerrütteten Familien etc.) untergebracht sind kontaktierte mich und bat um entsprechende Hilfe. Es leben in dieser Wohngemeinschaft noch zwei junge Mädchen (17 und 19 Jahre). Urplötzlich und unerwartet verstarb die Leiterin der Wohngemeinschaft. Das 17-jährige Mädchen fand die Betreuerin, die seit 14 Jahren (als 3-Jährige in die Einrichtung gekommen) ihre „Mutter“ ist, leblos auf dem Boden. Sie hatte einen Herzstillstand.

Ich vereinbarte ein Erstgespräch mit der Mitarbeiterin und den zwei Jugendlichen. Sie erzählten mir unter Tränen, was an dem vergangenen Sonntag passiert war. Wir waren uns sehr schnell einig, dass hier eine qualifizierte Trauerbegleitung, vor allem für das 17-jährige Mädchen, nötig sei. Also vereinbarten wir einen Termin für die erste Trauerbegleitung. Einen Tag später rief mich die entsprechende Mitarbeiterin an und sagte den Termin ab. Dem Träger der Einrichtung, eine kirchliche Organisation der Kinder- und Jugendhilfe, sind die Kosten für eine Trauerbegleitung zu hoch. Hierbei handelt es sich um einen Betrag von 60,00 € pro Stunde. Solch ein Betrag ist im Budget der Einrichtung nicht vorgesehen, also einfach zu teuer.

Zu erwähnen ist, dass das 17-jährige Mädchen ein furchtbares Erlebnis hatte und mit dem Verlust in keinster Weise alleine fertig wird. Beide Mädchen leben seit dem Tod der „Mutter“ alleine in dieser Familien-WG. Sie müssen nun sehen wie sie mit dem Verlust fertig werden. Was mich hierbei so wütend macht, sind die nachfolgenden Zahlen.

Im Jahr 2015 hat die evangelische Kirche zusätzlich 25 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe in Deutschland ausgegeben. Viele weitere Millionen wurden im Jahr 2016 zur Verfügung gestellt. Ich will hier nicht weiter lamentieren, doch Verständnis für das Verhalten im Falle der Familien-WG habe ich nicht.

Es ist, meiner Meinung nach, eine Schande, dass in Krisensituationen monatlich 240,00 Euro für eine Trauerbegleitung nicht ins Budget passen. Nach welchen Kriterien werden Gelder vom Staat und den Kirchen verteilt? Weiß jemand mehr? Ich wiederhole nochmals: Bitte den vorletzten Absatz nicht falsch verstehen. Ich bin kein Populist, ich bin nicht politisch aktiv. Und gerade deshalb verstehe ich die oben genannten Zahlen wohl nicht. Bin ich zu blöd?

 

Warum hast Du mich verlassen?

Warum hast Du mich verlassen, oder wie soll ich ohne Dich weiterleben? Diese Fragen beschäftigt Trauernde immer wieder, wenn ein lieber Mensch gegangen ist. Eine Antwort auf diese Fragen werden wir nicht erhalten. Als Trauerbegleiter habe ich diese Sätze schon mehrfach gehört und ich kann dann auch immer nur sagen: „Ich weiß es auch nicht, doch wir werden all diesen Fragen auf den Grund gehen.“

Besonders ältere Menschen leiden sehr stark, wenn der Partner oder Partnerin verstorben ist. Denkt hierbei nur mal an Eheleute die 50, 60 oder noch mehr Jahre zusammen waren. Eine weitere Gruppe, die diese Fragen immer wieder stellen, sind Trauernde die einen lieben Menschen durch Suizid verloren haben. Die quälenden Gedanken nehmen kein Ende und der Schmerz ist unfassbar groß. Weiterhin stehen trauernde Eltern, die ihr Kind verloren haben vor einer für sie unlösbaren Aufgabe. Es gibt noch weitere Beispiele, die ich hier jedoch nicht weiter ausführen möchten. Die sich immer wieder stellende Frage „Warum hast Du mich verlassen“ bleibt unbeantwortet.

Wir können diese Fragen jedoch in eine andere Richtung lenken. Hierbei muss sehr individuell vorgegangen werden und eine vorgegebene Richtschnur gibt es nicht. Wichtig ist, dass versucht wird, der ganzen Sache einen „Sinn“ zu geben.  Wenn das überhaupt geht. Ich bin jedoch der Meinung, dass alles seinen Sinn hat. Selbst die Sinnlosigkeit hat seinen Sinn. Doch dies wird jetzt zu philosophisch. Vielleicht gibt es ja demnächst mal einen Beitrag über den Sinn der Sinnlosigkeit.

Aus diesen Fragestellungen heraus können wir feststellen, wie wichtig eine qualifizierte Trauerbegleitung sein kann. Solche Fragen kann nicht der Nachbar von nebenan beantworten. Und ein Psychologe oder Psychiater ist auch nicht auf der Stelle greifbar (Termine dauern meist mehrere Monate), sodass ein Trauerbegleiter für viele Menschen eine große Hilfestellung sein kann.

In diesem Beitrag habe ich die Fragen auch nicht beantwortet. Doch dies ist ja auch nicht der Sinn eines Trauerblogs. Mein Trauerblog soll zum Nachdenken anregen und vielleicht doch die eine oder andere Hilfestellung leisten können. Das hoffe ich stark. Danke für Eure Aufmerksamkeit.

Trauer aus philosophischer Sicht

Trauer ist komplex und geht mit einem langwierigen Verarbeitungsprozess einher. Während einer Trauerphase werden die unterschiedlichsten Gefühle verarbeitet. Jeder Trauernde verarbeitet seine Gefühle auf unterschiedliche Art und Weise. Jede Verarbeitung ist einzigartig und legitim, es gibt hier kein falsch und kein richtig.

In meinen Trauerbegleitungen bringe ich gern philosophische Thesen ein. Die Philosophie als Bewältigungsstrategie ist eine sehr gute und hilfreiche Strategie. Die unterschiedlichsten Philosophen der Geschichte leisten hierbei eine sehr gute Hilfestellung. Nehmen wir zum Beispiel Nietzsche, der gesagt hat: „Den Sinn unseres Lebens müssen wir finden.“ Doch danach stellt sich die Frage: „Was ist der Sinn des Lebens?“

Die Religionen und Weltanschauungen, die Wissenschaften, die politischen Ideologien und die Philosophie stellen sich seit Jahrtausenden dieser Frage. Und aus philosophischer Sicht gibt es eine ganz simple Antwort, die Liebe. Wenn wir lieben, dann werden auch wir geliebt. Doch ist das so einfach?

Drei Zitate berühmter Persönlichkeiten finde ich besonders sinnig:

  • Ich höre auf zu leben, aber ich habe gelebt; so leb auch Du, mein Freund, gern und mit Lust, und scheue den Tod nicht.  (J. Wolfgang von Goethe)
  • Niemand kennt den Tod, es weiß auch keiner, ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist. Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiss, dass er das schlimmste aller Übel sei. (Sokrates)
  • Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. (Dietrich Bonhoeffer)

Um die Trauer und Trauerprozesse in seiner Ganzheit zu verstehen, müssen wir das Leben verstehen. Wir müssen das Sterben und den Tod akzeptieren. Nur dann können wir den Verlust „gesund“ verarbeiten. Wir haben keine andere Möglichkeit. Ein weiterer Beitrag zur Trauerphilosophie ist hier zu finden. 

 

Ist ein Trauerbegleiter sein Geld wert?

Trauerbegleitung ist eine Dienstleistung und nicht kostenlos zu haben. Beerdigungsinstitute verlangen auch Geld, denn der Tod kostet nicht nur das Leben, der Tod kostet auch Geld. Doch wie sieht es mit einer Trauerbegleitung aus? Es gibt viele Menschen, die einen Trauerbegleiter benötigen, sich diesen jedoch nicht leisten können. Was dann?

Trauerbegleitung als Dienstleistung

Wer auf der Suche nach einem Trauerbegleiter ist, hat die Qual der Wahl. Denn im Internet gibt es zahlreiche Angebote. Wer den Suchbegriff Trauerbegleiter in Google eingibt, erhält mehr als 94.500 Suchergebnisse.

So, wie soll nun ein Trauernder in einer akuten Phase den Trauerbegleiter finden, der zu ihm passt? Es ist nahezu fast unmöglich, hier einen entsprechenden und qualifizierten Trauerbegleiter zu finden. Warum ist das so? Weil viele Internetseiten optisch sehr schön und verlockend aufgebaut sind und wunderschöne Inhalte liefern. Doch was steckt dahinter?

Mein Rat bei der Suche nach einem Trauerbegleiter

Wer im Netz einen Trauerbegleiter anklickt, sollte zunächst dessen Biographie lesen. Doch der Lebensweg sagt noch lange nicht alles aus. Ausbildungen zum Trauerbegleiter kosten viel Geld und jeder, aber auch wirklich jeder, kann solch eine Ausbildung absolvieren und sich dann als qualifizierter Trauerbegleiter im Netz präsentieren. Schaut auf der Internetseite des Trauerbegleiters unter Honorar. Gibt es solch einen Button, der angeklickt werden kann? Wenn nicht, dann werdet stutzig. Ein qualifizierter Trauerbegleiter wird sein Honorar offenlegen. Der Besucher der Seite sollte das Honorar leicht finden können.

Honorar und Leistung müssen im Einklang sein

Wenn die Honorarvereinbarung gefunden wurde, stellt sich die Frage wie hoch das Honorar ist. Mein Tipp: Eine Einzelstunde über 60 Minuten sollte zwischen 50,00 € und 75,00 € kosten und eine Erstberatung sollte auf jeden Fall kostenlos sein. Sinnvoll ist es, den Trauerbegleiter oder die Trauerbegleiterin vorher anzurufen, um finanzielle Details zu klären. Ein qualifizierter und kompetenter Trauerbegleiter wird telefonisch alles Abklären und ganz klar sagen, was die ganze Sache kostet.

Fazit

Zum Schluss möchte ich noch festhalten, dass ich selbst als Trauerbegleiter tätig bin und weiß, wovon ich spreche. Ich übe diese Tätigkeit nebenberuflich aus. Die Tätigkeit als Trauerbegleiter ist also nicht meine Haupteinnahmequelle und ich bin nicht auf irgendwelche Klienten angewiesen. Wer also auf der Suche nach einer kompetenten Trauerbegleitung ist, sollte genau recherchieren.