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Trauer damals und heute

Trauer im Wandel der Zeit ist heute mehr denn je ein Thema. Gleichzeitig stellen wir dadurch fest, dass sich auch die Trauerprozesse verändern. Doch was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert?

Trauer im Wandel – auch in der Öffentlichkeit

Auf Friedhöfen können wir feststellen, dass es immer mehr Urnengräber, aber auch anonyme Gräber gibt. Allein dies spiegelt unsere Trauerkultur wider. Die klassischen Formen der Erinnerung gehen verloren, beziehungsweise verlieren immer mehr an Bedeutung. Es bleibt keine Zeit zum Trauern. Und wer an seinem Arbeitsplatz schwarz gekleidet auftaucht, wird verwunderte Blicke ernten. Trauer in Form einer schwarzen Kleidung ist nicht mehr zeitgemäß. Dies sollte jedoch keinen davon abhalten, an alten Traditionen festzuhalten. Jede Trauer ist individuell und jede/r Trauernde sollte an seinem eigenen Trauerprozess festhalten.

Unsere Trauerkultur befindet sich im Wandel

Es ist zu beobachten, dass immer mehr Menschen online trauern. Durch die Digitalisierung ist auch das Internet ein Mittel, Trauer auszudrücken und zu übermitteln. Doch was sagt uns dieses Trauern

im Internet? Es ist ein Zeichen, dass Menschen keine direkten Ansprechpartner mehr haben. Jeder kümmert sich nur noch um sich, es bleibt kein Platz für Anteilnahme und Empathie. Doch diese Form der Trauer kann Angst machen, Trauerrituale haben ihren Platz im Leben verloren. Meine Meinung hierzu ist: Ohne Trauerrituale und ohne eine adäquate Trauerbewältigung kann kein Trauerprozess seinen Abschluss finden.

Trauer im Wandel – na und?

Auch wenn sich die Trauerkultur verändert hat, sollten wir nicht unbedingt diese Veränderung mitmachen. Wir alleine entscheiden, wie unsere Trauer auszusehen hat und niemand sonst. Dies sollten wir uns  immer vor Augen führen. Jeder sollte seine Trauer durchleben, so wie er es für richtig hält. Alles andere ist ungesund.

 

Meine Trauer – Deine Trauer

Mit der Aussage „Meine Trauer, Deine Trauer“ verfolge ich ein ganz klares Ziel. Als qualifizierter Trauerberater und Trauerbegleiter bin ich immer auf der Suche nach individuellen Lösungen für die mir anvertrauten Klienten.

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Pixabay – Freie Bilder

Meine Trauer – Deine Trauer ist auch der Titel meines Blogs. Wie kam ich auf diesen Titel? Wenn ein Mensch stirbt, dann trauert meist nicht nur eine Person. Oftmals sind ganze Generationen (Ehepartner, Kinder, Enkel, Urenkel, Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen) von Trauer betroffen. Jeder einzelne dieser Personen trauert anders, hat seine eigene Trauer, seine eigenen Trauerrituale. Somit dachte ich mir: „Ja es ist nicht nur meine, sondern auch Deine Trauer“.

Durch diesen Ansatz wird einem klar, dass ich mit meiner Trauer nicht alleine dastehe. Auch meine Mitmenschen sind von Trauer umgeben und müssen mit dem Geschehenen fertig werden. In einer Selbsthilfegruppe für Trauernde, in Gesprächskreisen kommen solche Aussagen zum Tragen. Trauergruppen und Trauerkreise gehören zu den Trauerbewältigungsstrategien, die sehr hilfreich sein können. In solch einer Gruppe erfährt der Einzelne, dass er mit seinem Schicksal nicht alleine ist. Es gibt auf dieser Welt nicht nur „mich“ als Trauernden. Hunderte, Tausende, wenn nicht sogar einige Millionen Menschen auf dieser Erde trauern mit mir zu gleicher Zeit. das kann Hoffnung machen und den Blick in die Zukunft schärfen.

Fazit

Wir sollten uns also nicht von unserer eigenen Trauer ablenken lassen. denken wir lieber an die/den Verstorbene/n, damit aus unserer Trauer keine Einbahnstraße wird. Oder sehe ich das falsch?