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Wenn Sterbende dem Tod in die Augen schauen

Jeder von uns wird einmal sterben. Doch wer denkt schon an das, was im Sterbeprozess passiert? Wie denken Sterbende über das Sterben und den Tod? Welcher Film läuft vor ihren Augen ab? Keiner kann sich dies Vorstellen und deshalb wollen wir uns auch mit dieser Thematik nicht beschäftigen. Doch jedem kann es passieren, dass er auf dem Sterbebett liegt. Nicht jeder stirbt plötzlich nach einem Unfall oder nach einem Herzinfarkt. Viele Menschen sterben langsam und sehen dem Tod ständig in die Augen.

Ich habe schon mit vielen Sterbenden gesprochen. Sie blicken zunächst zurück, werden dabei ein wenig traurig, um dann an die Zukunft zu denken. Ja richtig, an die Zukunft denken auch Sterbende. Doch wie sieht deren Zukunft aus? Dies ist abhängig von ihrem Glauben. Ein gläubiger Christ sehnt sich nach dem Himmel, sehnt sich danach, liebe bereits verstorbene Menschen wieder zu treffen. Dann gibt es aber auch noch diejenigen, die an nichts glauben. Sie sind jedoch dankbar, auf dieser Erde gewesen zu sein. Für sie gibt es nur dieses eine Leben, das war es dann. Und für mich sehr interessant ist der Glaube an die Wiedergeburt.

Sterbende haben zu all diesen Dingen eine völlig andere Sichtweise. Jeder stirbt anders und jeder will behutsam sterben. Keiner will leiden und deshalb ist der Blick zurück nicht immer der schönste Blick. Den Blick nach vorne richten, den Blick in die Zukunft richten, das bringt Sterbende weiter.  Und Lebende können von Sterbenden sehr viel lernen. Sie sollten genau hinhören, zuhören und sich Gedanken über das eigene Leben, das eigene Sterben und den Tod machen.

Nur wer dem Tod ins Auge sehen kann, wird friedlich hinübergehen. Hinüber, wo auch immer es hingeht. Jeder sollte hier auf seine Art und Weise glücklich werden. Also, nicht die Augen verschließen, sondern kraftvoll dem Tod ins Auge sehen, um ein glücklicher Sterbender zu werden.

Eine kleine Anekdote: Ein Sterbender liegt auf seinem Sterbebett und ist bei vollem Bewusstsein. Er starrt zur Decke und ruft: „Lieber Tod, ich sehe Dich, Du kannst kommen, meine Zeit ist abgelaufen und ich freue mich auf das, was nun kommt.“ Weint nicht, denn ich habe gelebt!

Wo gehe ich hin wenn ich tot bin?

Ja, wo gehe ich hin, wenn ich tot bin? Hat sich schon jemand diese Frage gestellt? Ich ja.

Schon sehr lange beschäftigen mich die Fragen nach dem Leben und den Tod. Wo war ich vor meiner Geburt? Wo werde ich nach meinem Tod sein? Werde ich wiederkommen? War das alles? All diese Fragen sind meiner Meinung nach äußerst wichtig, um am Ende des Lebens einen Sinn gefunden zu haben.

Wer den Sinn in seinem Leben nicht gefunden hat, kann den Tod nicht akzeptieren. Und wer den Tod nicht akzeptiert, wird es schwer haben, das Sterben und den Tod anzunehmen. Ich möchte den Tod annehmen und setze mich daher mit diesen Themen auseinander. Ich frage mich sehr oft, wo ich vor meiner Geburt war und wo ich nach meinem Tod hingehe.

Da ich an die Wiedergeburt glaube, ist es für mich tröstlich zu wissen, dass es nach meinem jetzigen Leben weitergeht.

Irgendwann werde ich wiedergeboren und ich kann nur hoffen, dass dies eine für mich positive Wiedergeburt sein wird. Sicher, die Buddhisten möchten nicht wiedergeboren werden. Sie streben das Nirwana an. Doch so weit möchte ich nicht denken. Mir reicht es, wenn mein „neues“ Leben eine positive Richtung einschlägt.

Damit stellt sich für mich nicht die Frage, wo ich hingehen werde, wenn ich tot bin. Ich werde in einen anderen Körper überwechseln, werde also mein „Wohnzimmer“ verlassen und in ein neues Heim einziehen. Irgendwie bin ich darauf schon jetzt gespannt. Leider werde ich es vorher nicht erfahren und in meinem neuen Leben werde ich mich auch nicht an mein altes erinnern können. Das ist irgendwie schade, aber man kann ja nicht alles haben.

Fazit

Schaut Euch mal meine Internetseite Trauerbegleiter an. Dort gibt es auch eine Seite zur Philosophie. Sehr interessant und hilfreich zugleich.

 

Wenn die Sonne nicht mehr scheint

Irgendwann wird für jeden die Sonne untergehen und nie mehr scheinen. Für die/den Verstorbene/n ist es dunkel geworden. Doch auch für die Hinterbliebenen scheint zu Beginn der Trauer keine Sonne mehr.

Wie können solche Gedanken umgewandelt werden? Wenn die Sonne nicht mehr scheint, ist das Leben zu Ende. Doch wir können uns nicht vorstellen, dass dies einmal mit uns passiert. Wir müssen einen Weg finden, um die Sonne in unserem Herzen wieder scheinen zu lassen. Wir benötigen Hoffnung und den Glauben, dass es irgendwie weitergehen wird. Ansonsten war doch alles sinnlos? Oder?

Für mich habe ich eine sehr gute Möglichkeit entdeckt, dieser Sinnlosigkeit zu entfliehen. Ich glaube an die Wiedergeburt. Als gebürtiger Christ konnte ich schon als Kind mit dem christlichen Glauben nichts anfangen. Himmel und Hölle, Engel und Teufel, nein das war und das ist nicht meine Welt. Dann entdeckte ich den Buddhismus, der mir die Angst vor dem Tod nahm.

Durch den Glauben an meine Wiedergeburt habe ich Hoffnung. Hoffnung auf ein neues Leben und vielleicht sogar auf ein „besseres Leben.“ Wenn die Sonne am Ende nicht mehr scheint, wird sie jedoch irgendwann wieder aufgehen. Spätestens bei meiner Wiedergeburt. Das macht nicht nur Hoffnung, das nimmt einem auch die Angst vor dem Tod. Besser kann es doch nicht laufen.

Für die Hinterbliebenen ist es ganz wichtig, einen Sinn in allem zu sehen. Dieser Sinn wird zum Beispiel in einer professionellen Trauerbegleitung vermittelt. Auch wenn die Sonne momentan nicht scheint, so wird sie wieder aufgehen. Und auch Trauernde werden die Sonne wieder sehen, da bin ich mir ganz sicher.